Biermösl Blosn Info


DVDs


Zu dieser DVD von Polt/Biermösl Blosn schreibt ein amazon-Rezensent:

"Mit "Bayern Open" ist ein ganz besonderes Gustostück auf den Markt gekommen. Zu sehen ist eine Aufzeichnung von 1996 aus den Münchener Kammerspielen, in der Gerhard Polt zusammen mit der Biermösl Blosn auftritt. Man wundert sich, weshalb es 10 Jahre dauerte, ehe dieser Bühnenauftritt einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wurde, ist aber ob der rar gesähten Möglichkeiten, Polt live zu erleben, dafür dankbar.
Ein echtes Schätzchen wurde da ausgegraben, denn was man zu sehen und vor allem auch zu hören bekommt, ist allererste Sahne. Legendär sind Stücke wie "Bad Hausen", "Longline" oder "Die Menschenfresser". Richtig gut wird der Auftritt aber durch die Darbietungen der Ausnahmemusiker von der Biermösl Blosn. Wie begnadet dieses Trio ist, manifestiert sich z. B. an "Stoffel", der bei diesem Gig nicht weniger als sieben verschiedene Instrumente spielt. Das ist Musik von höchstem Niveau, gepaart mit teils extrem bissigen Texten.
Die DVD kommt recht unspektakulär daher. Sprich also ohne Bonusmaterial und leider auch in einer eher bescheidenen Tonqualität. Allein der Inhalt rechtfertigt aber fünf Sterne. "Bayern Open" sollte bei keinem Fan von Polt und der Biermösl Blosn in der Sammlung fehlen.


Unter der Regie von Jörg Hube wurde das Stück "Crème Bavaroise: Obatzt is" zwischen April 2002 und Juni 2003 im Münchner Cuvilles Theater in 33 Vorstellungen vor durchweg ausverkauftem Haus vor insgesamt ca. 20.000 begeisterten Zuschauern aufgeführt. Im Rahmen des Theaterstückes spielen die Biermösl Blosn 8 Stücke wie u.a. Moschee in Riad, die auch auf ihrer aktuellen CD Unter Bayern (Vertrieb: 2001) zu hören sind. Dadurch haben die Fans auf dieser DVD gleichzeitig ihre Lieblingsstücke als Videoclip (© biermoesl-blosn.de).

© biermoesl-blosn.de

Ich habe die DVD in meiner Sammlung: DIE Gelegenheit, eine höhere Dimension des Erlebens und Denkens zu inhalieren ...


© biermoesl-blosn.de


Die offzielle Homepage
(siehe auch Banner rechts!). Mehr ...
WDR über die Gruppe. Mehr ...
Eine private Seite. Mehr ...
Gerds Juwelenseite über G. Polt: Mehr ...
http://www.biermoesl-blosn.de/polt/




Die Wellküren

Glückwunsch: Wellküren erhalten den Vierteljahres- Preis der Deutschen Schallplattenkritik.Im 2. Quartal 2004 steht die CD "Das Mensch" auf der Bestenliste für den Bereich Chansons/Songs/Lieder.



Die Biermösl Blosn trennen sich ...

So melden heute übereinstimmend die "Süddeutsche Zeitung" und der "Münchner Merkus". Nach 35 Jahren gemeinsamer Zusammenarbeit gab es offenbar erhebliche Differenzen über den weiteren Weg der bayerischen Kultband mit kabarettistischem Einschlag. Der letzte Auftritt sei am 20. Januar 2012 geplant. Verdammt schade, kann man da nur anmerken. 26.08.2011

Seit 27.08.2011 findet sich auf der offiziellen Website folgende Mitteilung:

"Habedieehre!

Jetzt ist es also heraus. Die Biermösl Blosn löst sich nach 35 Jahren Zusammenarbeit auf, und es waren wirklich sehr schöne, erfüllte 35 Jahre!
Aber, daß wir drei uns als Gruppe trennen ist halt einmal, unter dem Aspekt der Vergänglichkeit aller Dinge betrachtet, ein ganz normaler, wenn auch schmerzhafter Vorgang.
Jeder von uns verändert sich und wird älter. Dabei denkt man sich für die verbleibende Zeit, was will ich noch machen, was steht an und mit wem kann ich das, was ich noch vorhabe am besten und angenehmsten verwirklichen.
So werden wir mit unseren drei Wellkürenschwestern und unserem Bruder Karli im Februar nächsten Jahres an den Münchner Kammerspielen ein Stück, "Fein sein, beinander bleiben" unter der Regie von unserem hochgeschätzten Freund Franz Wittenbrink herausbringen. Der Gerhard Polt, andere Geschwister, Freunde und Kollegen, sowie unsere Mutter werden sich als Gäste auf der Bühne abwechselnd einfinden. Genauso werden wir zusammen mit Karli ab und zu, auch im Verbund mit dem Gerhard die Bühnen in Eurer Umgebung heimsuchen. Ich (Stofferl) für meinen Teil habe vor mich auch wieder mehr der klassischen Musik zuzuwenden und die Well-Buam werden, solange sie noch frisch und gesund sind, weiterhin unverdrossen für Euch zum Volkstanz aufhupen.
Der Hansi möchte sich ebenfalls bislang unverwirklichten Projekten mit seinen Kindern und anderen Gruppierungen widmen.
Wir wollen Euch, das ist eigentlich der wichtigste Anlass unseres Schreibens, von Herzen danken, daß Ihr uns so lange die Treue gehalten habt. Bei jedem, wirklich bei jedem Auftritt haben wir es unglaublich genossen für Euch zu singen, platteln, jodeln und zu musizieren. Euer Zuhören und Lachen war und ist die größte Auszeichnung, die uns je zuteil wurde!
Und vielen Dank für Eure Einträge und Anregungen im Gästebuch! Wir haben sie immer sehr gerne und neugierig gelesen.
Auch unserem Web-Master Christian Schuster möchten wir ganz herzlich für seine hervorragende Arbeit danken! Er war und ist ein guter Freund und Ratgeber für uns drei.
Also, nix für ungut und frei nach Hesse geschrieben: 'Jedem Neubeginne wohnt ein Zauber inne.'

Wenn Ihr enttäuscht seid, versucht uns zu verstehen, und wenn Ihr bei einem Konzert von einer unserer neuen Formationen vorbeischaut, freuen wir uns wirklich sehr über unser Wiedersehen!

Liebe Grüße
Stofferl und Michael


Gott mit dir, du Land der Baywa
Das Lied der Bayern
(aus CD: "Grüss Gott, mein Bayernland")

Gott mit dir, du Land der Baywa, deutscher Dünger aus Phosphat.
Über deinen weiten Fluren liegt Chemie von fruah bis spaat.
Und so wachsen deine Rüben, so ernährest du die Sau.
Herrgott, bleib dahoam im Himmi, mir hom Nitrophoskablau.


Gegen dieses Lied protestierten u.a. der Bayerische Bauernverband und die Passauer Neue Presse.
Hans Well: "Daraufhin waren wir auf einen Schlag bekannt."

"Biermösl Blosn" für CSU Oberbayern zu linkslastig
München (dpa) - Mit seiner Entscheidung, der Musikerfamilie Well ("Biermösl Blosn") den Kulturpreis 1997 zu verweigern, hat sich der Bezirkstag von Oberbayern gehörigen Spott eingehandelt. Sogar in CSU- Kreisen stieß die Ablehnung auf Unverständnis. Das Gremium hatte am Donnerstag mit CSU-Mehrheit beschlossen, den mit je 10.000 Mark dotierten Kulturpreis an den Kinderbuchautor Otfried Preußler ("Räuber Hotzenplotz") und an den Kunstschmied Manfred Bergmeister zu verleihen. SPD, Bayernpartei, FDP und ÖDP hatten dagegen den Vorschlag der Grünen unterstützt, die Familie Well auszuzeichnen.

© biermoesl-blosn.deSpott, Kritik und Widerspruch haben im bayerischen Volkslied Tradition
Ihre Musikgruppe "Biermösl Blosn" macht Blasmusik mit bissigen, satirischen Texten und tritt auch mit den Kabarettisten Dieter Hildebrandt und Gerhard Polt auf. CSU-Politiker in Oberbayern wollten die ihrer Ansicht nach zu linkslastige Musikerfamilie nicht ehren. Bayerns Kultusminister Hans Zehetmair (CSU) sagte am Freitag, an seiner Wertschätzung für die "Biermösl Blosn" habe sich auch nach der Entscheidung seiner Parteifreunde nichts geändert. Spott, Kritik und Widerspruch hätten im bayerischen Volkslied traditionell einen festen Platz. Da gebe es nur eines: "Im Zweifelsfall mitlachen."
Aus der SPD-Landtagsfraktion hieß es, die CSU in Oberbayern offenbare "einen Horizont, der so eng und beschränkt ist wie das Kreuther Tal bei rabenschwarzer Nacht".
Mit einem Zweizeiler reagierte Hans Well von den "Biermösl Blosn": ""Wir danken der CSU von früh bis spät, für ihre enorme extraordinäre Liberalität."

"Die Zeit" schrieb:
“Sie sind die Artisten des Spotts, ein Weltereignis der Kleinkunst, Engel des Deutschen Kabaretts, ihre Bauerngesichter dienen als Tarnkappe. Ihre absolute Perfektion wird zur parodistischen Methode.”

Hm, wie macht man für die eigene Musicpage "persönliche Anmerkungen"?

Vielleicht so:
"Wer glaubt, Bayern zu kennen,
wer glaubt, die Bayern zu kennen,
wer glaubt, das bayerische Volk zu kennen,
wer glaubt, den bayerischen Humor zu kennen,
wer glaubt, die bayerische Mentalität zu kennen ..."
nee, hör ich lieber auf ... oder sage einfach:
"Wer glaubt, die Bayern mit der Krachledernen (transl.: Lederhose) und dem Oktoberfest gleichzusetzen, sollte sich jetzt schleunigst mit rotem Kopf rausklicken, nicht ohne sich sichernd umzudrehen. Wer aber mutig genug ist, Realsatire auf höchstem Niveau genießen zu wollen, sollte sich mit einem tiefgründigen Erlebnis auseinanderzusetzen, um dem auf die Spur zu kommen, was ich eigentlich ausdrücken möchte ... Dieses Erlebnis heißt: Biermösl Blosn, ob mit oder ohne Gerhard Polt ..."
Christoph, Hans und Michael Well streuen seit 1976 bayerische Folklore und Dialekt auf eine besonders subversive Art unters Volk. Hans Well schreibt die Texte und spielt steirische Knopfharmonika, Gitarre und Alphorn. Die Instrumente von Michael Well sind Bariton, Tuba, Banjo, Blockflöte, Drehleier und Alphorn. Christoph Well schließlich spielt Trompete, Harfe, Mandoline, Dudelsack, Flöte, Tuba, Hackbrett, Zither, Geige, Maultrommel und Alphorn. Echte Multi-Instrumentalisten auch noch ...
Gerd Müller

© biermoesl-blosn.deMeine erste Begegnung hatte ich mit Gerhard Polt und den Biermösl Blosn am 17.12.1987.
Die Bamberger Tageszeitung "Fränkischer Tag" schrieb damals:

"Finale der Bamberger Kabarettage - Respektlos gegen das 'Mir-san-mir'"
Gerhard Polt und die "Biermösl-Blosn" zogen frech vom Leder
Ein Bombardement an Sarkasmus, gleichzeitig ein Feuerwerk der guten Laune zum Abschluß der Bamberger Kabarettage 1987: Schon Wochen zuvor gab es keine Karten mehr für das "große Finale" in der Hauptsmoorhalle zu Strullendorf (...). Und die vier Ober-Bayern hielten, was ihre Namen versprachen (...). Erfrischend das mit musikalischen Multi-Talenten gesegnete Brüder-Trio "Biermös-Blosn", das zu den Klängen von Ziehharmonika, Flöte, Trompete, Gitarre, aber auch Dudelsack, Drehleier, Harfe und Hackbrett respektlos zu Felde zieht gegen alles, was im Bayernland hoch und mächtig ist. Lieblingsthema: Die Mächtigen lassen Bayerns heile Welt unter Beton verschwinden, verkaufen dies als Fortschritt, und wir ahnungslosen Schäflein applaudieren auch noch dazu. Biermösl-Ironie, das ist aber auch Volksmusik gegen volkstümelnde Engstirnigkeit. Polt und das Biermösl-Trio wechselten einander mit ihren Auftritten ab, ein paar Sketche spielten sie zusammen. Kostproben aus dem knapp dreistündigen Programm vom Donnerstag abend: Weihnachtsfeier in einem Betrieb. der Direktor richtet an seine Belegschaft heuchlerische Worte, in denen das Wort "besinnlich" und "Besinnung" absurd häufig vorkommt - fast wie im richtigen Leben. Alles wartet auf den "beliebten Volksschauspieler", der zum Gelingen des "besinnlichen" Abends beitragen soll. Der kommt dann auch in Gestalt von Gerhard Polt, in größter Eile allerdings, völlig gestreßt. Er rattert seine "Heilige Nacht" von Ludwig Thoma lieblos herunter, indem er sie querliest, klappt das Buch zu, kassiert die fürstliche Gage. "So, i muaß weida". Sagt's und verschwindet. Frohes Fest! (...)
Nicht minder bissig die Liedtexte der Biermösl Blosn. Freistaatbekannte Poltiker werden da ebenso aufs Korn genommen wie das lederbehoste Mir-san-mir und Uns-kann-niemand der Bajuwaren, bierdimpfelnde Vereinsseligkeit ebenso wie kritikloser Fortschrittsglaube ("Der Fortschritt spricht bayrisch"). Und die Musi, sie spielt dazu. Die derbe Fröhlichkeit auf der Bühne hatte im Nu das Publikum erfaßt, und das ließ den Polt Gerhard und die Biermösl-Brüder - schweißgebadet allesamt - erst nach einem halben Dutzend Zugaben nach Hause. cri."

Woher kommt der Name?

Auf der Homepage der "Well-Buam" (die vom Feinsten ist, absolut empfehlenswert!) wird der für außerbayerische Ohren (zu denen ich im vorliegenden Fall auch die Franken zähle ...) eigentümliche Name "Biermösl Blosn" erklärt:

"Biermösl" ist abgeleitet von Biermoos (Beerenmoor), das Biermoos gehört zum Haspelhochmoor bei München, das man vor Jahren in Großflughafen und Mülldeponie umwandeln wollte. "Blosn" (Blase) ist ein bayerischer Begriff für Clique, Gruppe".

Mood Records, ihre Schallplattenfirma schreibt über die Gruppe:

Vor gut 20 Jahren begannen die Gebrüder Well ihre Karriere als Biermösl Blosn in legendären Kleinkunstbühnen wie Song Parnas, Muh und Robinson. Als Volksmusik ausschließlich als hinterwälderisch, reaktionär galt oder als Kitsch abgetan wurde, waren die drei Brüder die Begründer und Wegbereiter der sogenannten neuen Volksmusik. Als "Engel der Kleinkunst" und "Retter der Volksmusik" bezeichnet (Die Zeit), sorgten sie nicht nur in Bayern für Furore.
Die Bandbreite ihrer Auftritte reicht von Feuerwehrjubiläen zu Münchener Kammerspielabenden, Sport- und Bezirksmusikfesten bis zum Wiener Burgtheater oder Auslandstourneen mit dem Goethe Institut nach Korea, Island und sogar Ostfriesland. Die Hälfte ihrer Auftritte spielen sie mit ihrem Freund und Partner Gerhard Polt, der sie als Chronisten und Zeitzeugen jüngster bayerischer Weltgeschichte bezeichnet.
Trotz der hervorragenden Unterstützung des Bayerischen Rundfunks, des Oberbayerischen Bezirkstages und der Gefahren von Salmonellen und Streptokokken gelingt es ihnen etwa alle 5 Jahre eine neue CD herauszubringen. Und jetzt ist es wieder so weit! Die neue CD (Anm.: ihre vorletzte ...) heißt "Wellcome to Bavaria" und wurde, wie immer, live aufgenommen, diesmal im Gasthaus Weilachmühle zu Thalhausen, wo ein älterer Bruder der 17-köpfigen Well Familie Wirt ist. Ein Großteil der Lieder spielt in Bad Hausen einem fiktiven Luftkurort, in dem sich siebenhundert Einwohner um den Sportverein, die Freiwillige Feuerwehr und achtausendfünfhundert Gästebetten kümmern. Raver-Messen, Treibjagden, Gülle-Jodler-Abende, Kruzifix-Kampf, in Hausen geht's hoch her. Aber auch der Besuch eines unbescholtenen Hausener Bürgers auf dem Münchener Oktoberfest, bei welchem es zur folgenschweren Begegnung mit den Bullen von Bad Tölz, 1860er Präsident Wildmooser und Arabella Kiesbauer kommt, ist auf dieser CD dokumentiert.

"Mit messerscharfen Pointen und absolut treffsicherem Wortwitz singen sie an gegen alle Arten von scheinheiliger Volkstümelei, gegen jnodenüsierte" Bräuche wie Erntedank, Treibjagden und Fahnenweihen, gegen den Papst in Rom genauso wie gegen die Bayerische Staatsregierung. Längst haben die Drei ein Niveau erreicht das manchmal bitterböse Kritik mit brillanter Musikalität paart und das schwerverdauliche der Wahrheit so verpackt, daß es vom Publikum mit wahrer Begeisterung geschluckt wird, auch dann noch wenn es an lokale Größen und Ereignisse geht"

"Und wer bisher noch nicht wußte, daß es jenseits von Karl Moiks krachend-tümelnden Alpendudlern tatsächlich noch Volksmusik gibt die von unten kommt, die also frech, böse, und gemein den Herren Amts- und Machtträgern im Land ganz gehörig und stets überaus musikalische den Marsch bläst der wird es an diesem Abend dank der Biermösl Blosn erfahren haben."

"Wer gegenüber dem Wort "Vollblutmusiker" eine gewisse Scheu hegt, verliert sie angesichts der rasenden, 'witzigen Virtuosität der drei Brüder Well auf allen nur erdenklichen Alpeninstrumenten. Was vor allein Christoph Well aus (unter anderem) Blockflöte, Harfe und Alphom hervorbrachte, ließ einem den Mund offenstehen. Die Texte der Biermösl Blosn boten eine hervorragende Ergänzung zu den Polit-Szenen: etwas mehr kritische Wut über Umweltverschmutzung, Borniertheit und Vetternwirtschaft, aber immer abgefedert durch das ironische Musikantentum."

Wußten Sie, dass die Biermösl schon mit den "Toten Hosen" Auftritte hatten? Nein?
Hier ist eines von mehreren Bespielen: Mehr ...

Wissen Sie, dass das weibliche Gegenstück die "Wellküren" sind? Leibhaftige Schwestern der Well-Brüder? Ja, ist so. Liegt halt in der Familie. Ein Besuch auf der Homepage von Moni, Vroni und Burgi lohnt sich ... Mehr ...

Klick mich!!!


Biermösl Blosn - In concert

Mein sehr persönlicher Konzertbericht



Polt-ern mit Biermösl … 19. Juli 2007 Litzendorf bei Bamberg, Sternenfestival

Wenn 2500 Leute (lt. einem Security-Mann) jeden Alters nach Litzendorf bei Bamberg zum Sternenzeltfestival pilgerten, sich also rechtzeitig ihre Karten gesichert haben (ein Zusatztermin konnte leider nicht realisiert werden), kann man sich unschwer die fantastische Stimmung vorstellen, die im ovalen großen Zirkuszelt herrschte. Volksfeststimmung pur. Die Einheizer waren die drei Well-Brüder (Christoph, Hans und Michael Well) aus Hausen in Oberbayern mit dem Toppkabarettisten Gerhart Polt vom Schliersee an Bord. Letzterer sprach im Verlauf seiner unglaublich bizarrkomischen und lachmuskelstrapaziösen Ausführungen z.B. von seinem nichtbayerischen Doppelhaushälftenachbarn, der es bei einer gemeinsamen Grillparty fertigbrachte, Weißwürste zu grillen. Seine Empfehlung, in Biergärten nie aus einem Steinkrug zu trinken, sondern aus einem transparenten Glaskrug, resultiere aus der Erfahrung, dass man da nach einem kräftigen Schluck schon mal in einem unbeaufsichtigten Augenblick die „Auster des kleinen Mannes“ durch die Gurgel langsam nach unten rinnen spürt. Bei seinen sehr bildhaften „Auswurf“-Ausführungen verdrehte es etlichen der Anwesenden den Magen. Er philosophierte in brillanten Monologen über alle möglichen Missstände im Land, wie dubiose Fleischreimporte, Klimaschutz usw. Gegen Ende sang er brutalgrell in Suaheli-Dialekt anmutende Lieder, die die Fans mizusingen hatten oder bewegte seinen Körper dezent zu spanischen Rhythmen. Nee nee, was der 65-jährige bot, war einfach köstlich. Man kann es eigentlich nur unvollkommen beschreiben – das muss man selbst erleben. Gift und Galle, raffiniert valentinesk verpackt. Er spielte sich in einen wahren Rausch. Das gilt auch für die urbayerische Truppe Biermösl Blosn, die noch der echten bayerischen Volksmusik huldigt und alle kabarettmusikalischen Register zog, die eigentlich „un“vorstellbar sind. Der Jüngste der Brüder, Christoph „Stofferl“, überstand tapfer den Abend und krümmte sich öfter vor Schmerzen wegen einer Leistenzerrung, die er sich beim Kartenspielen (wer weiß, oder vielleicht beim Tennis?) zugezogen hatte. Was er auf der Bachtrompete, einer klassischen Flöte, an der Harfe und noch etlichen weiteren Instrumenten in atemberaubender Virtuosität zelebrierte, hätte selbst gestrengen Kritikern klassischer Konzerte ein ungläubiges Staunen ins Gesicht gezaubert. Apropos Instrumente: Ob Bassgeige, diverse Gitarren, rare Exemplare an Ziehharmonikas, Drehleier … toll, was diese kabarettistischen Musikclowns dem begeistert mitgehenden Publikum perfekt darboten. Natürlich wurden auch viele bayerische und bundesdeutsche „Problembär/inen“ süffisant und despektierlich behandelt - ob es um Stoiber, die „Latex-Pauli“, den bayerischen Papst, den Seehofer, Söder oder Schäuble ging. Wie immer bekam die katholische Kirche mit ihren Würdenträgern in Lied und Wort ihr Fett ab. Oder ein größenwahnsinniges Bauvorhaben in Bad Tölz. Oder auch ihr eigenes Umfeld mit dem berühmten engen Kreisverkehr, bei dem die Feuerwehr im Einsatz immer geradeaus über das Mittelteil rasen muss, was dann aufwändige Reparaturen am Fahrzeug verursache. Die Gruppe hatte sich auch hier vor Ort genau informiert und brachte Nachbargemeinden oder die Weltkulturerbe-Stadt Bamberg mit ihrem Erzbischof Schick humorvoll ins Spiel. Das „Derblecken“ traf immer zielsicher ins Schwarze. Köstlich ihre „Gstanzln“, die manchmal spontan improvisiert wurden, auch wenn sie sich dann nicht immer perfekt reimten. Eine Schuhplattler-Einlage durfte auch nicht fehlen. Musikalische Krönung des Abends war der unvermeidliche Alphornauftritt, bei dem drei meterlange Instrumente einigen Zuschauern auf die Schultern gelegt wurden, nicht weit von uns entfernt. Ein super Sound mit Urlaubssehnsüchten wurde da ins Gehirn projeziert… In der Pause kam „Stofferl“ ziemlich früh wieder auf die Bühne, ich stand gerade davor und lachte. Er: „Warum lachst denn?“ Ich deutete auf das völlig verbeulte Horn, das am Boden lag. Darauf er: „Das war schon im Krieg gegen die Franken dabei“. Apropos Franken. Ein gellendes Pfeifkonzert war die Folge, als die Gruppe diesen Volksstamm wegen ihrer vermeintlich schlampigen Aussprache in die Nähe von Legasthenikern rückte.
Nach netto 2 Stunden und 20 Minuten inklusive mehrerer Zugaben war das Spektakel leider zu Ende. Stofferl schleppte sich zuletzt nur noch humpelnd auf die Bühne. Respekt – wie Polt stets zu sagen pflegt und danke für einen unvergesslichen gar köstlichen Abend


Donnerstag, 19. Juli 2007, Sternenfestival Litzendorf bei Bamberg 23.07.2007

Scharfer Spott und große Kunst - Doppelsatire Im „Sternenzelt“ sangen die bösen Buben der Biermösl Blosn ihre frechen Lieder. Gerhard Polt brillierte mit hintergründigen Soli. 2000 Zuschauer waren begeistert. Von unserem Redaktionsmitglied Rudolf Görtler

Krachlederne Klassik mit Kontrabass: Gerhard Polt (r.) und die Well-Brüder (v. l.) Christoph, Hans und Michael. Foto: Rudolf Görtler

Litzendorf - So viele Oppositionelle kann es in der Region doch gar nicht geben, wie am Donnerstag im „Sternenzelt“ Polt- und Biermösl-Fans saßen. Sollten die Mitglieder und Wähler der Partei aus heiterem, weiß-blauem Himmel plötzlich zur Selbstironie fähig sein? Oder entspannt die Hofnarrenrolle der drei Well-Brüder Hans, Michael und Christoph alias Biermösl Blosn goutieren? Die attackieren seit 30 Jahren die im Freistaat unangefochten herrschenden Schwarzen, legen anarchische Wurzeln vermeintlich biederer Volksmusik bloß und reißen genüsslich die Kluft zwischen Bayern-Klischees und turbokapitalistischer Realität auf. Wieder einmal sangen die mittlerweile gestandenen Männer vor ausverkauftem Haus bzw. Zelt ihr garstig Lied vom angebeteten Tanklöschfahrzeug, vom Swinger-Club im Gewerbegebiet mit Kruzifix in jedem Kammerl und natürlich von der Partei, der die drei in innigster Hassliebe nahezu symbiotisch verbunden sind.
Ein Biermösl-Konzert kann gar nicht schlecht sein; man hat die Brüder jedoch schon in besserer Form gesehen. Vor kleinerem Auditorium fühlen sie sich wohl wohler. Vielleicht ist in all den Jahren die Rolle der bösen bayrischen Buben zum routinemäßig übergestreiften Kostüm geronnen. Dennoch sind ihre Lieder, die einen all die Jahre vom Franz Josef über den Max bis zum Edmund und bald dem Günther begleitet haben und begleiten werden, erstklassige Unterhaltung. Zu schön auch etwa die Edmund-Passion über den Schau-Scheiterer, aus dessen Darm sich sogar ein Markus Söder klammheimlich fortstiehlt. Kongenial in Moll musiziert von den versierten Multiinstrumentalisten. Sie verändern nichts, das wissen die Brüder selber, aber sie haben’s wenigstens gesagt. Und das viel lustiger als die traurig-verbissene rot-grüne Opposition. Musikalischer sowieso, wie mehrere Klassik-Instrumentaleinlagen beweisen.

Dass er nichts verändert, weiß auch der geniale Gerhard Polt, im Mai 65 Jahre alt geworden. Vermutlich kommt es ihm auch gar nicht darauf an, sondern auf die Produktion großer Kunst. Polt ist kein „Comedian“, kein Kabarettist; er ist ein Sprach-Künstler und völlig zu Recht z. B. mit dem Jean-Paul- oder aktuell dem Karl-Valentin-Preis ausgezeichnet worden. Dem Valentin ist der reife Polt ebenbürtig, ja in den eingesetzten Mitteln überlegen. In seiner Rollenprosa entstellt der Künstler den Klein- und Spießbürger zur Kenntlichkeit, seziert den unter der biedermännischen Haut lauernden Faschismus. Da findet der gemütliche Kulturbeamte, dass zu grünen Matten Negerschwarz einfach nicht passt, gell!, oder er schweift ab zur dritten asiatischen Frau des Hinterleitner Rudi, die schön anzuschauen ist, aber einfach nicht haltbar. Jeder Figur ordnet Polt einen eigenen Sprachduktus zu, ein virtuos variiertes Gebräu aus Dialekt und Anglizismen, aus halb verdauten Fremdwörtern, Satzfragmenten und Scheinversprechern.

Höhepunkt ist das furiose Crescendo eines über die Zeitläufte, die in Berlin und da oben lamentierenden Kleinbürgers. Konsequenz der Tirade: keine. Wie wenn Horkheimer/Adornos autoritär strukturierter Charakter auf der Bühne stünde. Aber das tut er Gott sei Dank nicht, sondern ein in der Zugabe im Fantasie-Suaheli krakeelender Polt. Man verlässt beglückt das Zelt, am selben Tag ist Beckstein zum Ministerpräsidenten nominiert worden. Alles unverändert.




5. August 2004 - aus Tegernseer Zeitung (Münchner Merkur)

Polt und Biermösl Blosn: Kampf den "Großkopfatn"

Kabarettisten präsentierten Kommunalpolitikern die Rechnung

VON TOBIAS ÖLLER Waakirchen

Da mögen sich die "Großkopfatn", Landräte, Bürgermeister, Provinzpräfekte jahraus, jahrein in Bierzelten tummeln und ihre segensreichen Wortbeiträge ans niedere Volk richten - wenn Gerhard Polt und die Biermösl Blosn jene Bühne betreten, bekommt der Landadel die Rechnung präsentiert. Mit dieser revolutionären Sprenglast, die den Respekt vor Amt und Würden mit dem Donnerhall der bissigen, weil ach so realistischen Satire hinwegfegt, zeigten die Volksbarden von der Familie Well gleich zu Beginn ihres Gastspiels im Festzelt des örtlichen Sportvereins in Waakirchen, wer der Herr im Hause ist. Oder vielmehr: Wer es an jenem lauen Sommerabend nicht ist.

Der Landtagsabgeordnete Jakob Kreidl, "herausragend, wenn er zwischen zwei Gartenzwergen steht" - nein, der nicht. Und schon gar nicht das Oberhaupt der Nachbargemeinde: "... der Bürgermoasta von Preysing verkehrt bloß no beim Schörghuber hinten drin." Die Demut vor Staat und Partei wurde schnell abgelöst von der Ehrfurcht vor der musikalischen Allgewalt des Dreigespanns, das von Harfe, Trompete, Akkordeon, Tuba und Flöte ebenso virtuos Gebrauch machte wie von Dudelsack, Drehleier und Alphörnern.

Trotz dieses eindrucksvollen Waffenarsenals im Kampf um die Befreiung der bayerischen Volksseele zählte nicht zuletzt die A-Capella-Andacht zur jüngeren Geschichte des Deutschen Ordens ebenso wie die gesungene Beisetzung eines hohen Justizbeamten zu den Höhepunkten im mitreißenden Programm der Biermösl Blosn. Nicht zu überhören waren die aktuellen Anklänge an die durchaus schwierigen Lebensumstände jener Familie, deren Oberhaupt einst die Zielscheibe par excellence für die Sticheleien der Well-Buam bildeten. Der böse Volksmusik-Finger legte sich zielstrebig in die Wunden von Max Strauß und Ministerschwester Monika Hohlmeier, die zur Vermutung Anlass gab, "dass an bayerischen Schulen als Hauptfach Erpressung eing`führt werd". Eine für lange Wegbegleiter überaus viel sagende Neuauflage des Biermösl-Klassikers "Bist aa do" rückte Arnold Schwarzenegger in die verwandtschaftliche Nähe der Primaten, den Huber Erwin samt CSU-General Söder hingegen an den rektalen Eingang des Ministerpräsidenten. Gedichtet hatte man jene Verse einst für Tandler und Strauß senior - der Stoiber Edmund kann`s als Kompliment nehmen.

Die verbale Offensive zwischen den musikalischen Attacken übernahm der Altmeister des bajuwarischen Brachialkommentars gleichfalls mit bahn- und barrierebrechender Inbrunst, zumal dem hörigen Fan alle Monologe schon von den veröffentlichten Tonträgern her bekannt waren. Trotzdem: Gerhard Polt live ist und bleibt eine explosive Mischung aus Stammtischphilosoph und moralischem Attentäter, wenn er mit Gelassenheit ausspricht, was Mensch denkt und nicht zu sagen wagt. Er schlüpft in die Rolle des Konservators, des Exilanten und des Angeklagten, aus jedem Wort spricht die animalische Ehrlichkeit des Freaks, der sich zuweilen Bayer schimpft. Seiner wutspeienden Ausführung zum Thema "Toleranz" kann sich der Zuhörer ebenso wenig verschließen wie vor der tiefsinnigen Dialektik, wenn es um Menschlichkeit im Großen, Ganzen und Speziellen geht: "Wenn ein Nichtschwimmer ersäuft, dann ist das nicht tragisch sondern konsequent."


Samstag, 24. April 2004, 19.30 Uhr in Memmelsdorf bei Bamberg, Seehofhalle:© Fränk. Tag Bamberg - im Bild links Michael mit dem Dudelsack!

Weit über 1000 Blosn-Fans drängen sich in der Seehofhalle, darunter auch wir ...Nach unserer ersten Livebegegnung 1987 endlich wieder eine Gelegenheit, sich den "Well-Buam" auszuliefern. Und sie versprühten, wie nicht anders zu erwarten, wieder ein musikalisches und rhetorisches Feuerwerk vom Feinsten. Erst die 4. Zugabe nach 2 1/2 Stunden und Warnungen ("Ihr wollt's doch alle in die Frühmess?") entließ die enthusiastischen Fans dieser wohl einmaligen bayerischen Brüdergruppe aus Günzlhofen ("zwischen München und Augsburg") - zur Frühmesse ...
Ihre Musikalität zeigte sich im perfekten Beherrschen von zum Teil exotischen Instrumenten, wie einer Harfe, Jagdhorn, Bachtrompete, Drehleier, Alphörner neben üblichen Musikinstrumenten wie Gitarre , steierisches Akkordeon, Saxophon usw. Natürlich durfte auch die "Goaslschnoizn" nicht fehlen, die drohend über dem Publikum ihr peitschendes Geräusch entfachte und deren Seil nach einigen Versuchen (unfreiwillig) ihr Leben lassen musste. Und selbst ein Klingelbeutel (für Kirchgänger in der katholischen Kirche ein Begriff!) mit einem ausfahrbarem Teleskopstil durfte nicht fehlen, in den freiwillige Spenden ("bitte nur Scheine") eingeworfen werden sollten - als Reminiszenz, wie es halt im Mittelalter zuging, wenn die Drehleier erklang ...
Was immer wieder verwundert, wie gut sich die drei vorher über örtliche Gegebenheiten informieren. Die Bewerbung Bambergs zur Kulturhauptstadt Europas durfte da nicht fehlen ("Wir hom in der Stadt ka Kultur gfunden, nur Schrotthaufen" > anspielend auf die derzeitige Ausstellung mit aus Schrott kreierten Kunstwerken des Schweizers Luginbühl, die vom Bamberger Künstlerhaus in die Stadt gebracht wurde) oder der joggende Erzbischof Ludwig Schick, der superenge Kreisverkehr beim Mediamarkt usw.
Beklagt wurde auch, dass das Kammerfensterln, eine oberbayerische Spezialität, die Auserwählte heimlich über eine angelegte Leiter im Obergeschoss zu "besuchen" in Oberfranken nicht mehr möglich ist, weil die Häuser zu niedrig seien und man gleich so an die Dachrinne gelangen könne. Manche Oberbayern schauten auch etwas "gestaucht" aus, weil sie von den Vätern von der Leiter heruntergestoßen wurden, wenn die Tochter vor dem "aufsteigenden" Liebhaber bewahrt werden sollte. Bestes Beispiel für ein Opfer sei dafür F.J.Strauß gewesen (...weil der Kopf ohne Hals direkt zwischen den Schulern saß ...).
Neben der bayerischen Staatsregierung samt Justizministerium bekam auch die katholische Kirche ihr "Fett" ab. Aber auch die Wähler im Freistaat: Da müssten Lehrer, Beamte auf Anordnung von Stoiber länger arbeiten, alles werde gekürzt und bei der nächsten Wahl bekäme die CSU statt der üblichen 60 % dann halt nur 59 %. Mit der juristischen Abteilung der Warsteiner Brauerei fechten die Biermösl seit längerem eine Privatfehde aus, da deren liederhaft vorgebrachte Kritik auch nach mehrmaligen "Verbesserungen" nicht von der "Brewery" abgesegnet wurde. So las Hans den kompletten Schriftverkehr zur Erheiterung der Anwesenden vor. Manchmal hört halt beim Bier der Spaß auf! Der jüngste der Brüder, Christoph, fiel nicht nur wie seine Brüder durch die eingangs angedeuteten atemberaubenden instrumentalen Virtuositäten auf, sondern auch durch eine manchmal an seinen Namensvetter, den Comedianer Michael Mittermeier erinnernde Humorigkeit. Sehr aktuell war ihre quasi Uraufführung einer neuen EU-Hymne. Dass sie fast klassisch singen können, bewiesen sie zum Schluss bei einem Madrigal. Nein, es war ein Abend, wie er nicht besser hätte sein können. Wer die (ober-)bayerische Sprache ein bisschen kennt, sollte unbedingt bei einer sich bietenden Gelegenheit diese Unikate erleben. Note Eins mit Stern!!!
Gerd Müller

Die nachfolgende "offizielle" Kritik zum Auftritt zwei Tage zuvor kann sicher im Großen und Ganzen auch auf ihre "Show" in Memmelsdorf übertragen werden.

Fotos: © Gerd Müller



Donnerstag, 22. April 2004, 20.00 Uhr in Forchheim, Jahnhalle - Rezension der Tageszeitung "Fränkischer Tag" vom 26.04.04:


Die Biermösl in Forchheim - © Fränk. Tag Forchheim„Wellness“ pur in der Jahnhalle
Schuhplattler und Alphörner gemischt mit Sarkasmus und Spott - von Josef Hofbauer

Forchheim. Das war „wellness“ pur, was die Gebrüder Hans, Michal und Stofferl Well, bekannt als die Biermösl Blosn zum Auftakt der neuen Saison des Jungen Theaters Forchheim in der brechend vollen Jahnhalle ablieferten. Ein Paukenschlag, wie es Wolfram Welzer bei der Begrüßung formulierte.
Die ersten Lacher ernten die drei Günzlhofener, als ausgerechnet sie den Forchheimern die Grüße der bayerischen Staatsregierung überbringen, nachdem sie das Schicksal dorthin verschlagen hat, wo jeder Weg nach Schirnaidel führt, wo sie einen Mordsdrumm Busbahnhof ham aber koane Busse und wo der edle und freie Oberbürgermeister Stumpf der Größe ist – wenn er zwischen zwei Gartenzwergen steht. Kein Zweifel. Die drei von der Biermösl Blosn haben sich ortskundig gemacht. Sie rühmen den Eggolsheimer Spargel und regen an, Gößweinstein nach dem Einzug der polnischen Mönche umzubenennen. In Gozwinice!
Zunächst aber – um Verständigungsproblemen entgegenzuwirken – gibt es einen Grundkurs in vergleichender Bavaristik. Es geht um den Brauch des Maibaumstehlens. „Maytree hunting“ übersetzt Stofferl, damit es ja alle kapieren. Und im Eifer des Gefechtes kann es da schon mal vorkommen, dass die Burschen aus Hausen (es konnte auch das im Landkreis Forchheim sein) aus Versehen statt eines Maibaumes einen Telekom-Sendemasten klauen.
Was wo hi
Die Brüder Well erzählen aber nicht nur vom Vereinsleben zu Hause, das sich von dem in Forchheim nicht wesentlich unterscheidet, außer durch den Golfplatz, von dem später noch die Rede sein soll. ©
Hier in Forchheim machen sie erst einmal deutlich, was zamm ghert (zusammen gehört) bzw. was wo hi ghert. Und da steht für die Biermösl Blosn fest, dass die neue Sparkassengebäude in den Glaskontainer und Tucher und Warsteiner in den Castor Behälter gehören. Und sie reimen in ihren Gstanzln weiter: Zu Forchheim ghört die Regnitz und vom Edi Nöth im Landtag ham ma ghört, der red`t nix.
Über zwei Stunden verwursten die mit dem Kabarettpreis des Bayerischen Fernsehens (!) ausgezeichneten Brüder bayerisches Liedgut mit Politsarkasmus, Spott und bitterböser Ironie. Dabei erweisen sich die drei Männer auf der Bühne als wahre Musikvirtuosen. Die Bandbreite der Instrumente, die sie beherrschen und einsetzen reicht von der Harfe über die Tuba bis zur Okarina, von der Drehleier (gegen das Tucher Bier hilfts nix) bis zur Okarina, dem Dudelsack, der „Diatonischen“ und dem Alphorn.
Aber auch Brummtopf und Zither beherrschen die Well Brüder. Damit untermalen sie ihre Geschichten vom Kreissingen, dem Kreisspritzen (hinter dem Zelt) und dem Kreisverkehr (ebenfalls hinter dem Zelt).
Sie nehmen sich kein Blatt vor den Mund. Hauptzielgruppen sind seit eh und je die Bayerische Staatsregierung (Edmund der Heilige) und der Vatikan. Die politischen Anarchisten berichten staunend, dass es immer noch eine Minderheit geben soll, die partout nicht zur Mehrheit gehören will. Dabei hat doch jede Minderheit das Recht, sich einer Mehrheit anzuschließen, oder?
Und deshalb lassen die drei auf der Bühne ihr Publikum nicht im Unklaren, dass sie wissen, wer am Sonntag nicht in die Kirche geht, oder immer die Löcher vom Golfclub zuscheißt. Und wer brandschutzmäßig unterversichert ist....
Dem Spott der Drei entgeht auch nicht der Pfarrer, der die größte Schüssel auf dem Dach hat, weil er eine unbefleckte Empfängnis will und der Kaplan (50), den der Herr Pfarrer übers Internet kennen gelernt hat und der mit Raver-Messen und Techno-Gottesdiensten die verlorene Jugend in die Kirche zurückholen will.
Nach der Pause singen die Well-Brüder von der Jagd mit dem Chefarzt in Lodentracht, dem Weihbischof mit der Kalaschnikov und dem Kampf um den Patienten, der wegen der Gesundheitsreform ausgebrochen ist. Michal und Stofferl schuhplatteln und alle drei überraschen mit einer volkstümlicher Klassik und Stubenmusi, die plötzlich zur Jam Session wird.
Das gilt auch für ihren Auftritt mit den Alphörnern, die plötzlich so gar nicht alpenländisch klingen. Und auch der Heimatpfleger bekommt sein Fett weg. „Bei uns ist jeden ersten Montag im Monat ein Kurs im Fensterln“ erklärt Stofferl. Der heißt „Windows opening“. Ihr könnt euch dafür einschreiben“. Und Bruder Hans erklärt, dass Fensterln eigentlich die Vorstufe des free climbing ist und die katholische Religion dafür verantwortlich zeichnet, dass daraus das Bungee jumping entstand. Nur ohne Bungee...
Die Well Brüder preisen die Segnungen des Handys über den Tod hinaus und rufen die Bedeutung der Bauernregeln in Erinnerung. Zum Abschluss zeigen die Ober–Bayern mit dem Lied „Bist aa doo“ noch einmal, was sie von ihrer Staatsregierung halten. Da wird der Arschkriecher-Neuling mit den Worten begrüßt: „Bist aa do, bist aa doo, dort hinten im Zwölffingerdarm, da tagt des Kabinett“. Nett, oder?



Biermösl Blosn - Cover-Galerie CDs und Bücher (Auswahl)

1.Von Da Dahoam  2.Maiday  3.Da Montenovo  4.Der Patient  5.Am Grab  6.Feuerwehr Suite  7.Briefwechsel  8.Brrm Bm Bm   9.Allzeit Erreichbarkeit  10.Off Road  11.Almdoodler  12.Moschee In Riad  13.Anno Domini  14.Psalm  15.Drehleier Dreier  16.Wo Is Er Denn?  17.Marsch Auf Berlin   18.Rausschmeisser 1.Wellcome to Bavaria 2.Feuerwehr-Hymne 3.De Schand vom Oberland 4.Ravermess' 5.Das Wasser ghört zum Waschen 6.Prosit con fuoco  7.Fag des Rollbratens 8.Mäh! 9.Window 98 10.Drehleier con turbo 11.1, 2 + 3 = ? 12.Dong, dong, dong 13.Gülle-Jodler 14.Harpaggio con tutto 15.Wies'n-Hit  16.Verzeih mir! 17.Allerseelen-Landler 18.Halali 19.Kreuzzug 20.Kung Fu-Plattler 21.Fernsehschaugn 1.Prolog in der Gaststube 2.Bist aa do? 3.Ein verärgerter Enzyklopädist 4.Das Wunder von Altötting 5.Eröffnungshymne 6.Molkelied 7.Alles über den Russen  8.Kaphasan a Beheunn 9.Carneval di Venezia 10.Der Einfache Zweifache 11.Muttersorgen 12.Bim Bam 13.Generalprobe 14.Hommage an Heraklit  15.Fünf Minuten später 16.Der Revolutionär 17.Das "Auffi gehts" 18.Dr. Kleinsorge im Wahlkampf 19.Blaubluadjodler 20.Applaus - stark verkürzt

1.Grüss Gott 2.Im St. Gotthardt Tunnel 3.Der Asylant 4.Bayern 3 5.Landler für Harfe in Es-Dur 6.Das Edelweiss 7.Das Wunder von Brüssel  8.Jodelhorrormontershow 9.Hendlouvertüre 10.Credo 11.Banküberfall 12.An der Leckstaustufe 23 13.Orgie im Banktresor 14.Das Europafest  15.G'seng ins insan Werkldog 16.Gstanzl 1.Wann der Dudlsack kraht 2.Grüss Gott, mein Bayernland 3.Was braucht ma auf'm Bauerndorf 4.Gott mit dir, du Land der Baywa 5.Versicherungslied  6.Biermooslandler 7.Habt's as scho gles'n? 8.Auf's tanzn bin in ganga 9.Wer will unter die Soldaten 10.Drunt in da greane au 11.Stivell 12.Do is amoi a Bauer g'wen  13.Haifisch 14.Che-Guevara-Landler 15.Sabinchen 16.Annamirl 17.Circassian circle 18.Erntedank 19.St. Öd 20.Rundfunklied 21.Nürnberglied 22.St. Öd-Nightmare 1.Hin ueber d'Alm 2.Da boarisch Hiasl 3.Der Wildschuetz Jennerwein 4.'s Rehragout 5.Ja meine liaben Leitln 6.Und 's Gams im Gebirg  7.Hab di scho dasehgn 8.Gockl, wannst net kraahst! 9.D' Fuchsmuechler hat die Not stark plagt 10.De Schwirza vom Landl 11.Da Wirtsepperl z' Garching  12.Im Dickicht 13.Kneissl-Lied 14.So a Gauner hat a Leben 15.Der letzte Pfiff 16.Das Muenchner Soldatengefaengnis

1.Tschüss Bayernland 2.Zing zang zing 3.Exotenlandler 4.Mittlerer-Ring-Jodler 5.Stolz von da au 6.I woass net, wos i wern sot 7.Eine grosslappener Schuttkrähe träumt von Irland 8.Dada Mpfda 9.Da Russ 10.Auswanderlied 11.Bayernland-Lied 12.Prof. Zipfl liest - Im Wald is so staad 13.St. Öd Räbb  14.In Memoriam Brachvogel 15.Z'Murnau is Markt 16.Heldengedenktag 17.Boris bumm bumm 18.G'stanzl 1.Kloa bin i, kloa bleib i 2.Hutschi, hutschi, heitschi 3.Seppal, Schnepeppal 4.Fingerspiel 5.Sepp, Depp, Hennadreck 6.Da Schneida fängt a Maus 7.Mei Häuserl  8.Steht a kloans Diandl drauß 9.Wos braucht ma aufm Bauernhof 10.D'Sau 11.Kikeriki 12.Beim Bimperlwirt 13.Wos is heit für a Dog? 14.Beim Himmibaua  15.Bei da Odlgruam 16.Drei Paar lederne Strümpf 17.Drei Rippn, drei Rappn 18.Hopp, mei Schimmerl 19.Hinter meim Vodan seim Stodl 20.Roßal b'schlogn  21.Joppeididldoppei 22.I tritt herein 23.Henderl, bibi 24.Bibihenderl 25.Vogl wick wack 26.Zeiserl is krank 27.Springt da Hirsch übern Boch 28.Draah di, Waaberl  29.Spannernlanger Hansl 30.Da boarisch Hiasl 31.Schlittnreitn 32.Nikaolo bum, bum 33.Heissa, Buama, stehts gschwind auf 34.Wos duat denn da Ochs  35.Kloans ABC 36.Dreikönig 37.Bona Nox

1.Ene bene supeahene (Zählreim) 2.I bin a kloans Bürscherl 3.Huraxdax-Gstanzl 4.Busfahrt 5.Siebenschritt (Bauer, bind dein Pudl o, Volkstanz)  6.Bitsche, batsche, Peter 7.Oh heiliger St. Kastulus 8.'S Eisenkeilnest 9.Zing, zang, zing 10.Da Andi und d'Kathi 11.Drunt in da geana Au   12.Hinterm Baam, vor dem Baam 13.Drei kloana Mäus 14.Kreuzpolka (Hauts der Katz an Schwanz ab; Volkstanz) 15.In da Fruah, wann da Hoh macht an Krahra  16.Rennfahrer Bibale (Zählreim) 17.Unsere tapfre Feuerwehr 18.Bäcker, Bäcker 19.Spitzbuampolka (Volkstanz) 20.Ei, ei, ei, sagt mein Wei   21.Wannst in Himmi, sagt a , wuist kemma 22.A oanzigs Hendl 23.Ob i sing oder ob i pfeif 24.De Bettlleit hams guat 25.Hab i an zrissna Kittl dahoam (Zwiefacher)  26.Schlaf, mei Kinderl, schlaf! 27.Wulli wulli Gansl 28.Wannst a Oachkatzl wuist fanga 29.Saulocker (Zwiefacher) 30.Einmaleins 31.Der bayerische Marsch  32.Der Kaiser liabt sei Landl 33.Waarst net auffigstiegn (Reim) 34.Diandl wuist an Edlknabn 35.Bauernmadl (Volkstanz) 36.Weiberle quak, quak, quak 37.An Maria Geburt (Reim) 38.Da Summa is umma 39.Nikolaus (Reim) 40.Heiliger Nikolaus 41.Heita, mei Büaberl tuat schlafa 42.Guat Morgn, Frau Fischer (Volkstanz) 1.Seid's alle do 2.Schrei aus Holz 3.'S Diandl liabn 4.Hey, Madonna 5.Schimmeltod 6.Da Mozart (Leopold Mozart) 7.Milbertshofner Hausmusik 8.Asylantenschwemme 9.Drehleier unplugged 10.Pfaffenhausen 11.Kenia ken i aa 12.Da Händl (G. F. Händl) 13.Da boarisch Hiasl 14.Kinderparty 15.Tschurangrati Landler 16.Der Holzweg 17.Wie reimt sich das zusamm' 18.Wo samma




zwei ihrer Bücher ... (oben)

Rückblick - frühere Aktuell-Meldungen

Offener Vollzug - Ein Staatsschauspiel:
Gerhard Polt und die Biermösl Blosn - mit Gerhard Polt, Christoph Well, Hans Well, Michael Well
Regie Urs Widmer, Bühne Peter Schultze, Kostüme Peter Schultze, Musik Biermösl Blosn
Nächste Vorstellungen am Dienstag 30. Mai 2006, Mittwoch 28. Juni 2006, Freitag 30. Juni 2006
im Residenz Theater: Mehr ...
(links "Offener Vollzug" anklicken, dann findet mantolle Fotos!)
Wer die Gelegenheit hat, diese Vorstellungen zu besuchen, ist zu beneiden ... Hoffentlich gibt es in nicht allzu ferner Zukunft eine DVD dieses denkwürdigen Ereignisses!Außerdem liest man im Forum von Polt/Biermösl tolle Presseveröffentlichungen des Münchner Merkus, der SZ und des Donaukuriers:
Mehr ... (links Forum anklicken ...)
Gerd 28.05.2006

Biermösl Blosn,
die Gebrüder Well, eine bayerische Musik-Kabarettgruppe, erhielt für ihre letzte, hochgelobte CD "UnterBayern" den Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik. Wer ein bisschen bayerisch versteht, wird mit ihren bissigen und intelligenten Beiträgen sehr gut bedient. Sie schrecken zum Glück nicht vor der "bayerischen Obrigkeit" zurück! Dass sie oft mit Gerhard Polt auftreten, ist hinlänglich bekannt. Aber mit den "Toten Hosen"? Schon weniger verbreitet. Ihre toll gestylte und lustige Website verrät Mehr ... .
Die Tourtermine sind gleichfalls auf ihrer Homepage enthalten.
Wer sich mehr mit dieser Musikgruppe beschäftigen möchte, dem empfehle ich neben der offiziellen Homepage einfach meine Juwelen-Seite.
Mehr ... (17.01.2004). Siehe auch ganz oben die Vorschau über Gerhard Polt!
Da gab es ja erst vor kurzem die sog. Gruft-Affäre: Die Finanzbehörden wollten die dem derzeit angeklagten Max Josef Strauß gehörende Familiengruft (in der Franz Josef Strauß und seine Frau Marianne bestattet sind) zur Begleichung von Steuerschulden als Immobilie (!) pfänden. Erst nach einigen Verwirrungen, in die der bayer. Finanzminister Faltlhauser und Ministerpräsident Stoiber involviert waren, wurde diese auf gut bayerisch schnell "beerdigt"... Das ließ die Biermösl Blosn nicht ruhen: Sie komponierten schnell ein Lied über diese bittere Angelegenheit. Das daraus ein besonders bissiger Text wurde, könnt ihr auf der Juwelen-Seite nachlesen. Und ganz aktuell: zwei Kritiken ihrer Auftritte. Mehr ... (26.04.2004) (ins Archiv 01.06.2004)

Update - 15.01.04/27.04.04/01.06./09.08.2004/23.01./28.05.2006/23.07.2007/20.05.2010/26.08.2011