Procol Harum / Paramounts - Info



Was es noch gibt -
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23 Fotos Procol Harum live

in der "Sinfonie an der Regnitz", Bamberg, 24.11.2003




Nach 7 Jahren Pause konnte ich Gary Brooker am 05.09.2010 in Bayreuth bei der "Classic Rock Star Tour" wiedersehen. Rezension hier ... oder Direktlink zu

(
10.10.2010)

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Klick mich !!! Infos, Pressekritiken, Fotos zur Procol Harum-Tour 2003
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Rezension "Classic Rock Star Tour" Bayreuth, 05.09.2010,
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Gerds Autogramm-Juwelen.
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CDs, Promos, DVDs - Procol Harum und Soloprojekte:
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Procol Harums neueste DVD (auch als CD) ...

... stammt zwar schon aus dem Jahr 2006 und wurde bei einer tollen Open Air mit großer Zuschauerkulisse bei Dänemarks Ledreborg Castle aufgenommen.

Ein Traum! Mit teilweise neuen klassischen Arrangements. Da bekommt sogar "A whiter shade of pale" eine neue "Ouvertüre" verpasst. Zwischen einigen Songs flicht der Chor sakrale lateinische Sätze ein. Diese fantastische Aufnahme ist durchaus mit der legendären Edmonton-Aufnahme vergleichbar. Gary Brooker ist immer noch verdammt gut bei Stimme. Das merkt man im Vergleich zu ebenfalls enthaltenen TV-Aufnahmen aus dem Jahr 1974. Einziger Unterschied: Damals waren die Haare dunkel.

Schlimm ist die neue Unsitte, die sog. Altersfreigabe (wieso für ein fast klassisches Konzert das überhaupt sein muss, ist mir schleierhaft!!) ab "0" (!!!) Jahren auf das Cover zu knallen, ist mir schleierhaft. Ich habe einen Scan ohne diese Unsitte. Bei ausländischen Bezugsquellen ist dieser Unfug noch nicht ausgebrochen! Bisher war die Rückseite ausreichend ... wenn es denn sein sollte. (12.06.2009)



Bitte Foto anklicken, dann landet ihr auf der Procol Harum Homepage.
Wer ganz viel über die Gruppe erfahren will, dem kann ich diese Website nur ans Herz legen.

Man könnte etliche Tage und Nächte mit der Datenflut verbringen. Es sind sage und schreibe über 1900 Seiten mit unzähligen Fotos, Berichten,
Tages-Reports usw. enthalten.
Foto: © ProcolHarum.com


Juwelen-Story

Wer waren die Paramounts, wer ist Procol Harum?

Die ultimative Procol Harum Homepage. Mehr ...>
(Über 3500 Seiten!!!)
Matthew Fishers
Homepage: Mehr ...
Eine dänische Seite : Mehr ...

Rockpalast-Archiv:
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Spanische Fanseite: Mehr ...
... Mehr über die Paramounts

1967 hörte eine ganze Jugendgeneration voller Begeisterung Bach - in den meisten Fällen jedoch, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die internationalen Charts hatten nämlich mit "A whiter shade of pale" ("Ein Schatten weißer als bleich") der englischen Rockgruppe Procol Harum einen beeindruckend schönen Nr. 1-Titel, dessen Hauptteil aus der Bach-Suite Nr. 3 in D-Dur bestand. Der Name an sich machte auch neugierig: Über die Bedeutung von "Procol Harum" existieren verschiedenste Spekulationen; einerseits soll es sich bei dem häufig mit "PH" abgekürzten Begriff um den Namen einer Katze gehandelt haben, auf der anderen Seite wird er wiederum als fehlerhafte Übersetzung ins Lateinische von "jenseits dieser Dinge" gedeutet. "Jenseits der Dinge" heisst auf lateinisch allerdings nicht "Procol Harum", sondern "Procul harum". Und das erklärt vielleicht, dass weitweit immer wieder der Gruppenname mit dem "u" geschrieben wird, obwohl keine einzige Veröffentlichung der Gruppe oder das Promomaterial der Plattenfirmen damit hausieren geht. Ich wüsste keine Parallele zu einer so hartnäckigen Falschetikettierung eines Bandnamens.

Vor der Veröffentlichung ihres Welthits waren aber einige Schwierigkeiten zu überwinden. In einem Interview erzählten sie davon:
"Ziemlich hastig kleideten wir uns neu ein. Und gleich fing auch die Presse an, über uns zu lästern: Wir seien nur eine Sessiongroup, wurde orakelt, und "A whiter shade of pale" sei ja nichts weiter als eine Adaption von Bach. Die Leute glaubten allen Ernstes, wir hätten diesen Titel von Johann Sebastian Bach gestohlen. Das war allerdings ganz und gar nicht so. Wir wollten nur, daß es ein wenig klassisch klingt. Mit diesem Song mussten wir bei den Plattenfirmen hausieren gehen. Wir wurden keineswegs begeistert empfangen. Ein Manager meinte: "Das ist ja viel zu lang, viel zu langsam. Und überhaupt: Was soll denn dieser merkwürdige Text? Den kann doch niemand verstehen!" Schließlich konnten wir das Stück doch noch unterbringen. Dann ging alles sehr schnell. Ich glaube, drei Wochen nach der Produktion konnte man die Platte bereits in den Läden kaufen. Und vier weitere Wochen später waren wir bereits in der ganzen Welt die Nummer 1."


Das "Neues Rock-Lexikon, Rowohlt" schreibt über den Song und die Gruppe:
"A Whiter Shade of Pale" der Gruppe Procol Harum ist ein Klassiker der Rockgeschichte. Der Song wurde von Gary Brooker nach Motiven einer Bach-Kantate [sic: Orchestersuite] komponiert und im Keller einer Methodistenkirche aufgenommen, kurz danach 2,5 Millionen Mal verkauft. Die nach Zeitungsanzeigen zusammengestellte Band Procol Harum war im Frühjahr 1967 keine gewöhnliche Rockband: Texter Keith Reid war damals ein zwanzigjähriger Ex-Schneider aus London. Seine surrealistisch anmutenden, oft unverständlichen Texte voller Assoziationen und Wortspiele kreisten um die Begriffe Tod, Gewalt und Sex. Die Songs hatten Titel wie "Die Milch der frommen Denkungsart", "Des toten Mannes Traum" und "Sie wanderte durch den Gartenzaun", (Anm.: oder "Der Teufel kam von Kansas", "Irgend etwas folgt mir", "Kreuzigungsstraße"). Im Jahr 1977 löste sich Procol Harum auf".

Vor einigen Jahren veröffentliche WestSide Records eine Reihe regulärer Procol Harum-Alben, angereichert mit vielen Bonustracks. Wie ich hörte, soll dies Gary Brooker überhaupt nicht gepasst haben. In der Hauptsache waren dies im Archiv unbeachtet schlummernde Juwelen, alternative Tracks oder Stereoversionen, die noch nie offiziell erschienen waren. Für Sammler ein wahrer Schatzfund! Dazu muss man wissen, dass das erste Album in astreinem mono herausgekommen ist. Auf der CD "Pandora's Box" auf der sich auch andere phänomenal gute Stereo-Abmischungen finden, kann man z.B. eine alternative lange Version von "A whiter ..." erstmals in praktisch rauschfreier Stereoabmischung und u.a. hören. Sogar eine Minute länger als die bisherige Monoversion. Empfehlenswert auch die 3-CD-Box zum 30-jährigen Bandjubiläum, die ähnliche Raritäten enthält. Bitte den Link für WestSide-Records nutzen.

Ich kann eines verraten:
Procol Harum sind bis heute meine absolute internationale Lieblingsgruppe, noch vor den Beatles und anderen Juwelen ... Das hängt auch mit der Zeitlosigkeit ihrer Kompositionen und Arrangements zusammen.
An dieser Stelle ist vielleicht doch noch mehr "back to the roots" angebracht:

Bandbiographie

Gary Brooker (geb. 29.5.1945),CD-Inhalt: 1. Poison Ivy (Leiber/Stoller) 2. I Feel Good All Over (Scott/Blackwell) 3. Little Bitty Pretty One (Byrd) 4. A Certain Girl (Neville) 5. I'm the One Who Loves You (Mayfield) 6. It Won't Be Long (Brooker/Trower) 7. Bad Blood (Leiber/Stoller) 8. Do I (author unknown) 9. Blue Ribbons (Sheeley/DeShannon) 10. Cuttin' In (Watson) 11. You Never Had It So Good (Sloan) 12. Don't Ya Like My Love (Brooker/Trower) 13. Draw Me Closer (Payne/Carroll) 14. Turn on Your Lovelight (Scott/Malone) 15. You've Got What I Want (Dallon) 16. Freedom (Mingus) Robin Trower und der Bassist Chris Copping (geb. 29.8.1945) hatten sich in Southend, Essex in der Schule kennen gelernt. Da man gemeinsame Interessen hatte - die Musik - gründeten sie 1959 mit Sänger Bob Scott und Schlagzeuger Mick Brownlee die Paramounts,die R&B und bekannte Pophits in Jugendheimen vortrug, zu denen man gut tanzen konnte. Nach dem Ausstieg von Scott übernahm Brooker den Gesangspart. 1962 wechselten die Paramounts ins Semiprofi-Lager und konzentrierten sich auf Material z.B. von Ray Charles oder James Brown. Nachdem Brownlee und Copping 1963 die Gruppe verlassen wollten, ersetzten zunächst Barrie James - kurz B.J. - Wilson (geb. 18.3.1947) und dann Diz Derrick (b) die beiden. Ein Plattenvertrag im gleichen Jahr wurde unterzeichnet, da eine eingereichte "Poison Ivy"-Demoversion, ursprünglich ein Hit der Coasters, überzeugen konnte. Die nachfolgenden Singles brachten nicht den gewünschten Erfolg. Es gibt sie übrigens noch auf CDs . Ehrlich gesagt, man versäumt nichts. Man braucht sie nicht - mehr. Sie fungierten noch um 1966 als Begleitband für Sandie Shaw und Chris Andrews und lösten sich auf. Gary Brooker suchte eine neue Herausforderung als Komponist und arbeitete mit dem ehem. Schneider und Lyriker (tolle Kombination!) Keith Reid zusammen (geb. 10.10.1946).

Im "Melody Maker" wurde eine Anzeige aufgegeben. Danach suchten Gary und Keith Musiker für ihr Projekt. Anfang 1967 war man sich schließlich mit Matthew Charles Fisher (geb. 7.3.1946, London), dem Gitarristen Ray Royer (geb. 8.10.1945), dem Bassisten Dave Knights (geb. 28.6.1945, London) und Drummer Bobby Harrison (geb. 28.6.1943) einig - Procol Harum war geboren.

Noch vor der ersten geplanten Tournee nach dem Welterfolg "A whiter ...", verließen Harrison und Royer die Gruppe, um "Freedom" zu gründen. B.J.Wilson und Robin Trower waren ihre Nachfolger. Ihr zweiter Hit "Homburg" (Nr. 5 GB, Nr. 38 US, Nr. 15 bei uns) ähnelte schon ein wenig "A Whiter Shade Of Pale", hatte aber auch seinen besonderen Reiz. Im März 1968 erschien ihre erste LP "Procol Harum". "Rock Dreams" schreibt dazu: "Gary Brooker und Keith Reid kreierten einen unverwechselbaren StilDie erste LP "Procol Harum"  - ohne ihren Millionenseller "A whiter shade of pale" zwischen "düsterer Romantik, melodramatischer Klassik und Kirchenchortristesse".
"Reids surrealistische Texte, die um Sex, Tod und Teufel kreisten, setzten sich deutlich von der gängigen Rocklyrik ab, während Brooker ständig neue Wege zwischen Klassik und Rock erforschte. Kritiker sprachen später von Überinstrumentierung und Schwülstigkeit und "manövrierten" Procol Harum schließlich in "eine musikalische Sackgasse" (Sounds).

Bis 1975 brachte die Gruppe noch einige starke LPs heraus: "Shine On Brightly" (Nr. 27 US, 1968), "A Salty Dog" (Nr. 26 US, 1969), "Home" (Nr. 20 US, 1970), "Broken Barricades" (Nr. 29 US, Nr. 46 bei uns, 1971), "Live - In Concert" (Nr. 6 US, Nr. 30 bei uns, 1972) und "Grand Hotel" (Nr. 22 US, Nr. 24 bei uns, 1973), "Grand Hotel" (1973), "Procol's Ninth" (1975.
Mehrere US-Tourneen wurden erfolgreich durchgeführt und 1968 waren sie auf dem Miami Pop Festival vertreten. 1969 folgte das Toronto Rock Festival und 1970 das Atlanta Pop Festival. Bei "Broken Barricades" klangen Procol Harum wesentlich rockiger, setzten auf erdige, bluesverwandte Heavy-Sounds, die Brooker mit gewohnter Souveränität und Intensität interpretierte. Das hing damit zusammen, dass Robin Trower den Sound entscheidend mitprägte. In der Band gab es Veränderungen: Ab "Home" arbeitete Matthew Fisher nur noch als Manager für die Band. Knights stieg ebenfalls aus und überließ seinen Platz Chris Copping. Im Juli 1971 entschied sich Robin Trower für eine Solokarriere, die mit einigen gut verkauften LPs begann und Chris Copping bediente die Keyboards. Als neue Mitspieler fungierten Alan Cartwright (geb. 10.10.1950) und der Bassist Dave Ball (geb. 30.3.1950).

In dieser Besetzung wurde am 6. August im kanadischen Edmonton das Album "Live - In Concert" aufgenommen. Die Gruppe wurde vom 52-köpfigen "Edmonton Symphony Orchestra" und den "Da Camera Singers" begleitet. Die LP hatte einen sensationellen Erfolg und gilt noch heute als eine der besten Liveaufnahmen einer Popgruppe. Alleine der Schlusspassage "In Held 'Twas I", 19"11 Minuten lang, erzeugt Gänsehaut nonstop und ist an Spannung und feierlicher Musikalität kaum zu toppen.
1973 kam "Grand Hotel" heraus. Nicht ohne vorherigen erneuten Personalwechsel. Gitarrist Mick Grabham stieg ein, David Ball aus. Grand Hotel ("Hotel Ritz") hatte wieder tolle Orchesterarrangements. Und eine besondere Überraschung parat, denn es wirkte die Vokalistin Christianne Legrand von den legendären "Swingle Singers" mit. Der Titel "Toujours L'Amour": Beeindruckend, packend! Auf verschiedenen raren Platten kursieren Liveversionen mit Chor, die dieses Stück zu einem echten Erlebnis machen. Wie so oft bei besonders guten Produktionen kam die Platte bei der breiten Masse nicht besonders gut an.
Es folgten 1974 "Exotic, Birds & Fruits" (Nr. 50 US). "Nothing but the truth", "Beyond the pale", "The Idol" (wurde in verschiedenen Orten auf der 2003-Tournee wieder gespielt) waren einfach hörenswert, um einige Beispiele zu nennen.
Die Neunte "Ninth" (Nr. 50 US - vielleicht wegen Beethoven so genannt?) war 1975 überhaupt nicht erfolgreich. Interessant, dass sich Gary Brooker an den Beatles-Song "Eight days an week" wagte ... Was kam danach? Erraten? Ja, wieder Personalwechsel. 1976 stieg für Cartwright der Keyboarder Pete Solley ein und Chris Copping bediente wieder den Bass. Auch die nächste LP im darauf folgenden Jahr "Something Magic" lockte nur wenige Käufer in die Läden und im April 1977 löste Gary Brooker nach einer Abschiedstour Procol Harum auf.

Im September 1977 kam es zu einer kurzfristigen Reunion. Procol Harum spielten im Wembley Conference Centre ausschließlich ihren "A Whiter Shade Of Pale". Der Song wurde als beste Single der letzten 25 Jahre von der britischen Plattenindustrie mit dem "Britannia Award" ausgezeichnet, neben "Bohemian Rhapsody" von Freddie Mercurys "Queen".

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Fortsetzung von linker Spalte!

Gary Brooker machte dann solo weiter. Drei LPs waren die Folge, die allerdings keine großen geschäftlichen Erfolge waren, obwohl er wieder tolle Kompositionen aus dem Ärmel schüttelte: "No More Fear From Flyin" (1979), "Lead Me To The Water" (mit Phil Collins, Eric Clapton und George Harrison, 1982) und "Echoes In The Night" (1985). Nach langer Pause arbeitete Brooker wieder mit Keith Reid zusammen und unter den Studiomusikern fanden sich auch die Namen seiner Ex-Kollegen B.J. Wilson und Matthew Fisher. Letzterer brachte in seiner auch nicht sehr erfolgreichen Solokarriere 4 LPs heraus (gibt es noch auf zwei CDs, siehe unten), die da heißen: "Journey's End" (1973), "I'll be there" (1974) sowie "Matthew Fisher" (1980), "Strange Days" (1981). Es folgte eine Demo-CD mit Instrumentals "A salty dog returns" (1994). Auch wenn die Solo-Platten kaum gekauft wurden, höre ich in die CDs ab und zu noch rein (mit Ausnahme der "A salty dog returns", die kann man vergessen ...) und ich kann immer wieder konstatieren: Er kann wirklich gut singen. Diese Begabung darf er auf den jüngsten Tourneen leider nicht zeigen. Oder will es nicht - mehr ...

Gary arbeitete nach seinen Soloausflügen gelegentlich als Begleiter von Alan Parsons, Eberhard Schoener und Eric Clapton. 1987 gründete er mit Andy Fairweather-Low (voc), David Bronze (b) und Henry Spinetti (dr) die kurzlebige Club-Formation "Stiletto Shoes". Im gleichen Jahr starb B.J. Wilson an Krebs. Auf der dritten Klassik-Rocknacht 1982, die von Eberhard Schöner initiiert und vom Bayerischen Rundfunk live im Hörfunk übertragen wurde, waren illustre Gäste wie Klaus Nomi, Jack Bruce, Hazel O'Connor und eben Gary Brooker vertreten.

1988 komponierte Gary für das Königliche Dänische Ballett. 1989 trat er lediglich bei einem Konzert mit der Gruppe "Fairport Convention" auf. Zu Beginn der 90er Jahre reaktivierte er mit Robin Trower, Matthew Fisher, Keith Reid und den Gästen Mark Brzezicki (dr) und Dave Bronze (b) das Unternehmen Procol Harum für die CD "The Prodigal Stranger" (1991). Nach 14 Jahren Procol-Pause das Reunion-Album! Erstklassige Songs, wie z.B. "Holding on" (zu hören auf der 2003er-Tour), "(you can't)Turn back the page" und andere ließen hoffen, dass Procol Harum diesmal zusammenbleiben. Ein schöner Zug, dass das Album dem früheren Schlagzeuger B.J.Wilson gewidmet ist, der mit seinem variablen Schlagzeug den Sound von Procol Harum genauso prägte wie Gary Brookers Stimme oder Matthew Fishers Orgel. Mit Brooker, Fisher, Brzezicki, Bronze und dem Gitarristen Geoff Whitehorn (bei Roger Chapman aktiv) präsentierten sie das Material auf einer US- und Europatournee. Im Herbst 1992 wiederholte sich der gemeinsame Auftritt mit dem Edmonton Symphony Orchestra. Warum gibt es hiervon keine offizielle CD? Ein Jahr später tourte Brooker mit dem Tschechischen Symphonieorchester unter dem Motto "Rock Meets Classic" und gab dabei 30 Konzerte in Deutschland - begleitet von Whitehorn, Henry Spinetti (dr) und Laurence Cottle (b), einem Musiker aus dem Umfeld von Mike Oldfield.
Ich war 1993 bei einem dieser Konzerte in Bayreuth dabei: Es war gigantisch schön, so richtig was für's Herz. Allerdings ließ der Zuspruch des Publikums in der großen Oberfrankenhalle sehr zu wünschen übrig.

Eine CD, die kaum beworben wurde und selten erwähnt wird, ist die 1995CD-Inhalt - 1. Conquistador 2. Homburg 3. Grand Hotel 4. Simple Sister 5. A Salty Dog 6. Pandora's Box 7. A Whiter Shade Of Pale 8. Repent Walpurgis 9. Turn (You Can't)Back The Page, 10. Strangers In Space 11. Butterfly Boys 12. Long Goodbye, The erschienene CD "The Long Goodbye" (rechts). Inhalt: Mauszeiger auf Cover legen. Als Gruppentitel steht auf dem Cover "The Symphonic Music of PROCOL HARUM". Es ist eigentlich keine reguläre Procol Harum-CD, sondern wieder ein (gelungener) Versuch, die Songs mit einem klassischen Gewand zu versehen. Die Einspielungen wurden zwischen April 1994 und März 1995 mit dem "London Symphony Orchestra" oder anderen Londoner Orchestern durchgeführt. Es wirkten neben Gary Brooker, Matthew Fisher, Geoff Whitehorn, Dave Bronze, Mark Brzezicki auch - man glaubt es kaum - Tom Jones mit. Bei "Simple Sister" hatte er einen nicht zu überhörenden und überzeugenden Auftritt. Auch das Titelstück geriet zu einer wunderschönen Symphonie. Matthew Fisher spielte den Instrumental-Klassiker "Repent Walpurgis" auf einer Kirchenorgel, unterstützt vom großen Orchester und der Band. Taschentuchverdächtig ... Wunderbar gefühlvoll eben. Und "Grand Hotel" wird von einem Opernsänger "klassisch" interpretiert. Gary Brooker konnte es zum Glück wieder mal nicht lassen, seine Kompositionen mit einem Orchester und weiteren Interpreten neu zu erschließen. Musik für Abende in der dunklen Jahreszeit, die wärmt.

CD-Inhalt: 1. An old English dream [04:41] 2. Shadow boxed [03:34] 3. A robe of silk [02:43] 4. The blink of an eye [04:42] 5. The vip room [04:55] 6. The question [05:01] 7. This world is rich (For Stephen Maboe) [05:20] 8. Fellow travellers [04:47] 9. Wall street blues [04:26] 10. The emperor's new clothes [04:17] 11. So far behind [03:51] 12. Every dog will have his day [05:20] 13. Weisselklenzenacht (The signature) [05:24] - instrumental - Weiter veranstaltete er zur Erhaltung der St. Mary Kirche aus dem 13. Jahrhundert in der Grafschaft Surrey im September 1996 zwei Konzerte. Dabei wurde er von Big Country-Drummer Mark Brzezicki, Dave Bronze (b), Michael Bywater (irg) und Robbie McIntosh (g) begleitet. Auf einer CD wurde alles Wesentliche konserviert. Sie ist wirklich sehr empfehlenswert und enthält Songs von Procol Harum, Kirchenmusik und Gospels. Aber was wirklich sensationell ist: Gary singt zur dortigen Kirchenorgel seinen größten Erfolg "A whiter shade of pale". Das CD-Cover ist unten bei der Cover-Galerie von Gary abgebildet und ist, wenn man so will, sein 4. Solowerk. 1997 schloss sich Brooker den von Bill Wyman gegründeten Rhythm Kings an. Tja, und im März 2003 erschien sein bisher letztes Opus "The Well's On Fire". Und eine tolle Tournee schloss sich an.

Die Queen ehrt am 12.12.2003 Gary Brooker für sein soziales Engagement. Brooker darf sich dann "Member of the Order of the British Empire" nennen. Er fühlte sich gleichermaßen überrascht und geehrt. In einer Presseveröffentlichung sagte er: "Das kam unerwartet. Nach 40 Jahren Spielen und Singen auf internationalem Niveau hätte ich mir eher eine Medaille für "einfach da sein" erwartet ..." Gerd Müller.

Einige Rare Single-Juwelen


Die "schöne blaue Donau" als Walzer von Procol Harum? Jaaa! Oder das berühmte Adagio von Albinoni ... Chrysalis CHA 141



"Shine on brightly" auf italeinisch? Kein Problem, diese Single kam 1969 in Italien heraus. Auf der Rückseite: "Fortuna". Bei uns bekannt als "Repent Walpurgis", für mich der mit Abstand schönste Instrumentaltitel mit dem berühmten "Ave Maria" im ruhigen Klavierteil. I L NIL 9005


Pobre Mohammed (Poor Mohammed) / Luskus Delph / Destruccion De Barreras. Eine mexikanische Single 1971,
A&M Records AME-61)



Australische EP: In the Wee Small Hours of Sixpence, She Wandered Through The Garden Fence, A Christmas Camel, Repent Walpurgis.
Festival Records, FX-11,523 - Monaural.


 

Ein Instrumental-Klassiker, hier in der Langfassung, gespielt von Matthew Fisher 1971