Infos und Kritiken zur Procol Harum-Tour
2003 (27.11.03)
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Presseinfo:
"Mitunter habe ich fast das Gefühl, dass es zwei unterschiedliche
Procol Harum gibt", erklärt Organist Matthew Fisher. "Die
Procol Harum, wie uns langjährige Fans sehen und jene Formation,
die ansonsten ganz anders eingeschätzt wird. ´Oh ja, eine wirklich
wunderbare Scheibe, warum macht ihr nicht mehr von dieser Sorte`."
Fisher war bereits in den Gründertagen dabei und ist nun wieder zurückgekehrt
zu jener Konstellation, die den Nukleus der Gruppe darstellt. Berühmt
wurde die Band mit ihrem Smash-Hit 'A Whiter Shade Of Pale', einer Nummer
1-Single im legendären ´Summer of Love` des Jahres 1967. Seither
gehören Procol Harum zu den wichtigsten und sagenumwobensten britischen
Rockbands. Im Februar 2003 erscheint nun ihr zwölftes Album "The
Well's On Fire", mit dem die Rocklegende auch im neuen Jahrtausend
eigene Duftmarken setzen wird.
Gary Brooker, der 'Commander' für alles und jeden, leitet die Geschicke
der Band noch immer von seinem Piano aus und kann sich auf die tatkräftige
Unterstützung seiner Begleiter Fisher und Keith Reid verlassen. In
diversen Side-Projekten hat Brooker bereits mit Stars wie Eric Clapton
oder Bill Wyman gespielt. Jetzt kümmert er sich wieder 100% um Procol
Harum. Für ihn dreht sich ausschließlich alles um die Qualität
der Songs. "Procol Harum graben nicht in der Vergangenheit oder versuchen,
einen angestaubten Blues oder Bebop neu zu reanimieren", erklärt
er. "Wir lieben es, uns immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen."
Hilfreich dabei ist speziell die neue Rhythmusfraktion der Gruppe, bestehend
aus Bassist Matt Pegg (Sohn des Fairport Convention-Sänger/Bassisten
Dave Pegg) and Schlagzeuger Mark Brzezicki, den Fachleute sicherlich aus
seiner Zeit bei Big Country kennen. Abgerundet wird das aktuelle Line
Up durch den Rock-Veteranen Geoff Whitehorn, der sich schon mit Paul Kossoff
bei den Back Street Crawler die Bühne teilte und mit Größen
wie Roger Chapman, Elkie Brooks, Paul Rodgers, Roger Daltrey sowie zahllosen
weiteren Mitgliedern der britischen Rock-Aristokratie gespielt hat. (Text:
Presseinfo)

Charlie
A'Court - seine Website:
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Fränkischer Tag Bamberg vom 26.11.2003:
Ich
danke der Lokal- u. Feuilletonredaktion des "Fränkischen Tags",
Bamberg, für die freundliche Genehmigung zur Übernahme des Artikels.
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Auch abgespeckt eine gute
Figur
Englische Kultband Procol Harum begeistert Fans beim Auftritt in der
Konzerthalle.
Der legendäre Klassik-Rock aus den Sechzigern feierte wenn
auch abgespeckt am Montagabend in Bamberg Wiederauferstehung. Aber
auch mit ganz neuen Songs bewies die in Ehren ergraute Kultband Procol
Harum, dass gute Rockmusik alle Moden überdauert.
von Gottfried Pelnasch
Einen geeigneteren Ort hätte sich die Band für
ihr Gastspiel in Bamberg nicht aussuchen können: In der Heimstatt
der Symphoniker gaben sich die fünf Klassik erprobten Musiker von
Procol Harum an der Regnitz die Ehre. Und gar manche auf den Polstersitzen,
die sonst Beethoven, Mozart und den Frack gestylten Interpreten huldigen,
jubelten an diesem Tag einer Hand voll angegrauter Männer mit langen
Haaren zu, deren gewaltige Phonstärken ohne die Kraft aus der Steckdose
undenkbar wären.
Dass Procol Harum einst manch jungem Fan den Weg zur authentischen
Klassik geebnet haben mögen, erscheint auch heute noch durchaus nachvollziehbar.
Zwar haben die Songs ihrer neuen CD The Well's On Fire
immerhin 26 Jahre nach dem letzten regulären Album und
zwölf Jahre nach einem wenig geglückten Reunionswerk der Gruppe
erschienen mit den voluminösen Arrangements von einst nicht
mehr allzu viel gemein, trotzdem demonstrierten die Mannen um Sänger,
Pianist und Frontmann Gary Brooker (Jahrgang 1945) auch im feschen Joseph-Keilberth-Saal
nachhaltig ihre Ausnahmestellung in puncto Klassik getränktem Rhythm
& Blues.
Düster-verspielte Melancholie, Harmonienreichtum und
viel Skurrilität, garniert mit versponnener Lyrik in Texten und Noten:
Was pseudointelektuell klingen mag, lässt doch alle mainstreamigen
Fastfood-Songs locker hinter sich. Und hat Erfolg: Mehr als 60 Konzerte
gaben Procol Harum in diesem Jahr schon in den USA, Japan und Europa
in Bamberg füllte sich die Konzerthalle freilich nur etwa zur Hälfte.
Da ist er also wieder, dieser unverwechselbare Sound mit
seinen schwelgerischen Orgelschleifen, der eingängigen Stimme, dem
wohltemperierten Klavier. Unterstützt werden die zwei charismatischen
Urgesteine Brooker (Gesang, E-Piano) und Matthew Fisher (Orgel) von den
Neuankömmlingen Geoff Whitehorn (Gitarre), Matthew Pegg (Bass) und
Mark Brzezicki (Drums).
Die fünf harmonieren prächtig miteinander und
spielen sich die musikalischen Bälle nicht ohne Augenzwinkern zu.
Ein weißhaariger Gary Brooker witzelt zwischendurch ins Publikum
und schwärmt, ganz Gentleman, von romantisch Bamberg
und den wonderful Geschäften here, um gleich darauf wieder
beherzt in die Tasten zu greifen und seine über die Jahrzehnte erstaunlich
unverbrauchte und auch in den Höhen immer noch treffliche Gesangsstimme
zu erheben.

Gary Brooker "in action" - © Fränkischer Tag
Bamberg, Foto Helmut Ölschlegel
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Spielfreude pur, die überspringt, auch ohne protzige
Streicher-Arrangements eine gute Figur macht und trotzdem nahtlos an die
früheren Klangmuster anknüpft. Nicht alles freilich ist Nostalgie,
die neuen Songs sind mitunter etwas gewöhnungsbedürftig. Aber
derentwegen sind wohl eh die wenigsten (meist ebenfalls ergrauten) Anhänger
an diesem Abend erschienen. Nach wie vor sind es die unerreichten Blockbuster,
die locken.
Das Beste zum Schluss also. Lange spannten sie uns auf die
Folter, kurz vor Toresschluss, nach über eineinhalb Stunden Hochform
ohne Pause, rückten sie doch damit heraus: Erst die möwenumkreis(ch)te
Hymne vom alten Seebären (A Salty Dog), gleich darauf
der heldenhafte Conquistador. Und Punkt 22.29 Uhr, als vorletzte
Zugabe, endlich das von allen sehnsüchtig erwartete Opus Magnum aus
dem Jahr 1967 A Whiter Shade of Pale. Die Fans waren
selig und sahen sich wieder einmal bestätigt: Procol Harum
bleiben unerreicht, selbst wenn sie nicht mehr ganz so taufrisch daher
kommen.
24.11.2003 Bamberg - Sehr persönliche
Konzerteindrücke von mir:
Was geht wohl in einem Menschen vor, dessen Lieblingsgruppe schon so lange,
wenn auch mit einer langen Pause dazwischen - besteht und er hat sie noch
nie live erlebt - bis zum 24.11.2003? Gut, 1993 machte Gary eine "Rock
meets Classic"-Tour mit großem Sinfonieorchester und weiteren
Sängern und das alles erlebte ich in der Oberfrankenhalle Bayreuth.
Aber Procol Harum!
Es war ein Wechselbad der Gefühle. Angemessen das Ambiente der eleganten
Konzerthalle. Als Vorgruppe spielte der Kanadier Charlie A'Court mit seiner
Band. Nicht übel, aber wir in der vierten Reihe und leider nur etwa
500 Fans warteten natürlich auf die Procols..
Um 21 Uhr war es dann soweit: Gary Brooker und seine Mannen betraten unter
heftigem Applaus die Bühne. Keine Flackerlicht-Lightshow. Auch im
Verlauf des Konzerts solide Lichteinstellungen, die nicht ablenken sondern
Stimmung verbreiten wollten und Konzentration auf die tolle Musik "anmahnten".
Mit "Shine on Brightly" aus der zweiten LP 1968 (!) begann das
Konzert. Rechts an der uralten, mit Rohholz verkleideten Orgel mit der
Aufschrift Roland K 7 (wenn ich mich recht erinnere) saß das Urgestein
Matthew Fisher, um allem den originalen Touch und Sound zu geben und mit
rhythmischen Verrenkungen noch zu verstärken. Mit Gary ist er der
einzige aus der Anfangsbesetzung. Und dann noch die jüngeren Semester
Geoff Whitehorn, Matt Pegg (im dunklen Anzug mit Hut) und Mark Brzezicki.
Zwischen den Stücken erzählte Gary von kleinen Erlebnissen in
Bamberg und mit typisch englischem Humor und Schalk in den Augen kleine
Geschichten oder Begebenheiten um die einzelnen Stücke.
Und die jetzt wieder taufrischen Erinnerungen verwoben sich in mir mit
der realen Live-Wirklichkeit bei Klassikern wie "Homburg" (aha,
Matt Pegg lebte es leider nur mit Hut vor ...), "Simple Sister",
"Grand Hotel" (> Hotel Ritz), "A Christmas Camel"
oder aus der aktuellen CD "An Old English Dream", "The
Vip Room" und das viel beklatschte instrumentale "Weisselklenzenacht",
eine Komposition von Matthew Fisher. Dann das unvergleichliche "A
Salty Dog" mit von der Gitarre gezauberten Möwenstimmen. Fantastisch!
Weiter das wunderschöne "Holding On", "Conquistador"
und last but not least "A whiter Shade of Pale"...
Herz,
was willst du mehr??? Das auf der Bach-Suite Nr. 3 in D-Dur aufbauende
Stück hatte 1967 die Gruppe weltbekannt gemacht. Es hat noch nichts
von seiner Faszination eingebüßt. Genau wie Garys Stimme, die
noch klingt wie damals. Hundertmal gehört? Jaaaaa, vielleicht noch
öfter ... Da tauchte ohne Vorwarnung wieder das Gänsehaut-Feeling
auf und die Fans bedanken sich mit Standing Ovations. Den Schlusspunkt
setzte eines ihrer frühen Instrumentalstücke "Repent Walpurgis"
mit den Ave Maria-Anklängen in der Mitte: Ein würdiger und feierlicher
Abschluss eines denkwürdigen Konzerts mit langen Schlussakkorden.
Nicht wenige stürmten bis zur Bühne, um dieses beeindruckende
Opus hautnah zu spüren. Wie ich auch, mit dem Fotoapparat in der
Hand. 100 Minuten nonstop waren Vergangenheit, die aber in der Erinnerung
noch lange nachklingen werden.
Am nächsten Tag gab es noch eine kleine Überraschung: Es hatte
mit einem Poster-Autogramm geklappt. Ein besonderer Dank an die Verwaltung
der Konzerthalle.
Gerd Müller
Link zur Konzert- und Kongresshalle Bamberg: Mehr
...
Hier die offizielle Setlist: Underture, Shine on Brightly, Pandora's
Box, An Old English Dream, Grand Hotel, A Christmas Camel, Beyond The
Pale, Homburg, Shadow Boxed, Holding On, The VIP Room, Weisselklenzenacht,
As Strong As Samson, A Salty Dog, Conquistador. 1. Zugaben: Simple Sister,
A Whiter Shade of Pale. 2. Zugabe: Repent Walpurgis
(Die Setlists schwanken je nach Tourort oft stark! Siehe offizielle Page.
Mehr
...)
Andreas Havlik, ein "Whaler",
der das Bamberg-Konzert besuchte, schreibt auf der Procol Harum-Page:
"Third time this year we visited a Procol Harum Concert. And yes,
it was my birthday. Arrived at Bamberg, a very romantic nice town with
a beautiful Concert Hall. There were only seats which was a kind of "back
to the roots", since in the early seventies it was usual to have
seats at a rock-concert.
Gary Brooker started with some tunes of Ave Maria and The Emperor's New
Clothes and lead up to the first song Shine on Brightly. Wow. And here
it was again. This incredible, indescribable Procol Harum feeling. And
they started to one of the best concerts I ever experienced. Everyone
was in an excellent good mood. Gary was talking a lot, he was very cheerful,
told about their shopping-tour in Bamberg, where Matt buyed a hat, which
he was proudly wearing the whole concert.
After the fourth song, Gary jested: "We don't actually have a setlist
tonight. I just don't know what to play right now. Any requests?"
I was sitting in the fourth row, so I was shouting loud Christmas Camel
- and Gary immediately started with this distinctive piano riff "Da
daa da damm damm" - hey, I was sure at this moment, that he knew
that it was my birthday, and it was a personal recognition. Ahhh, silly
me. Some songs later he started with the same thing, and I thought to
myself: well, now I wanna hear something exotic. So I shouted Long Gone
Geek (which I seriously love - it was a B-Side of A Salty Dog, as you
all know). Oh my God, what a bad decision of me. Gary yelled: "Oh
no, who is this guy? Throw him out, call him a taxi!" Haha. Well,
I had some other songs in my mind (like Good Captain Clack or In The Wee
Small Hours Of Sixpence LOL), but now I felt insulted ... and I kept my
mouth shut, hehe. [NB the band played Geek at sound-check in LA, albeit
not in the original key]
Back to the concert. Surprisely there were no interval, they played one
and a half hour all the fourteen songs and came back to a great first
encore, which was followed by a second. It was unbelievable. Great concert,
great sound, great everything.
Sorry for my "not perfect" English, but I hope you could imagine,
how great it was!!!" Mehr
...
Fotos: Andreas Havlik (Bamberger Konzert). Links Gitarrist Geoff Whitehorn,
rechts Matthew Fisher

Neue Presse Coburg vom 27.11.2003 - Procol Harum in Bamberg
Ich danke der Redaktion Feuilleton / Szene für die freundliche
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Wunschkonzert für Rock-Kenner
von Rolf Krebs
Furore machte im Jahr 1967 ein Titel, den man eher Opus nennen sollte:
"A Whiter Shade Of Pale". Keith Reid und Gary Brooker hatten
das Werk kreiert, das seither mehr als sechs Millionen mal über den
Ladentisch ging - heutzutage fast undenkbar, diese Verkaufszahl. Und eigentlich
musste erstmal eine Band gegründet werden, um vernünftig auf
das Stück aufmerksam machen zu können: Procol Harum.
36 Jahre später ist Procol Harum immer noch auf Tournee. Zwischenzeitlich
gab es zwar eine mehrjährige Pause, die jedoch schon bald wieder
zu einer Reunion führte. Und bis Ende diesen Jahres werden 63 Konzerte
mehr zu verbuchen sein. Eines davon stand am Montag in der Bamberger Konzerthalle
auf dem Programm. Die fränkische Fangemeinde pilgerte nicht gerade
massenhaft dorthin, nur rund 300 Leute verteilten sich im weiten Rund.
Ein Garant dafür, dass wohl niemals hätte richtig Stimmung aufkommen
können.
Egal, Procol Harum zogen ihr über 90-minütiges Set durch. Eine
richtige Setlist gab es allerdings: Es waren vielmehr die Zwischenrufe,
die das Programm bestimmten und das Konzert zu einem beeindruckenden Ereignis
werden ließen. Ein Ruf, und schon wurde das gewünschte Stück
spontan angestimmt. Von jetzt auf gleich, ohne technische Raffinessen,
einfach so, ohne groß geprobt zu haben.
Alle Zügel fest im Griff hatte Gary Brooker. The Commander, wie
er treffend genannt wird, ist und bleibt Procol Harum, eine personifizierte
Band, ein Ein-Mann-Betrieb sozusagen. Daran dürfte sich wohl auch
zukünftig nichts mehr ändern, obwohl Matthew Fisher ,Fast-Gründungsmitglied,
wieder zur Formation hinzugestoßen ist. Kein Takt geht an Brooker
vorbei, keine ach so kleine Handbewegung. Er bemerkt alles, versucht hier
und da sekundenschnell einzuwirken und sie gehorchen ihm, die Mitspieler
Geoff Whitehorn (Lead-Gitarre), Matt Pegg (Bass), Schlagzeuger Mark Brzezicki
und eben auch Matthew Fisher an der berühmten Hammond-Orgel.
Die Lichtverhältnisse waren in der Konzerthalle eher gedämpft,
nicht gerade supergut eingestellt. Die Band wurde irgendwie quer auf die
Bühne verteilt, was doch eher etwas kahl und dürftig anmutete.
Überhaupt, eine richtige Bühnenshow war nicht auszumachen, das
Songmaterial steht im Mittelpunkt des Geschehens bei dieser "The
well's on fire-Tour 2003". So gab es "An old english dream",
gefolgt von "Grand hotel", dem perfekt vorgetragenen "Holding
on" und dem neuen Song "The VIP-Room". Eine Gemeinsamkeit
gab es natürlich bei allen Stücken: diese famose Orgellastigkeit,
ein Charakteristikum von Procol Harum.
Im Zugabenteil folgten der Klassiker "A White Shade of Pale"
und "Simple Sister". Mit Standing Ovations wurde das Quintett
aus England verabschiedet. Und wie meinte Gary Brooker so schön:
"Bamberg - a wonderful romantisch city!". Ebenso wie der Auftritt
von Procol Harum.

Neue Presse Coburg vom 21.07.2003
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PROCOL HARUM IM MALZHAUS GEFEIERT
Diamanten der Rockgeschichte
PLAUEN - Was liegt eigentlich zwischen Rom und San Francisco?
Ganz einfach: Plauen. So steht's Weiß auf Schwarz geschrieben auf
den begehrten T-Shirts zu Procol Harums ,,The wells on fire''-Tour, die
zwischen drei Italien-Events und vier Juli-Gastspielen in den USA in vier
deutschen Städten Station machte. Dank Malzhaus war Plauen mit dabei.
Und so feierten im proppevollen Open-Air- Gelände begeisterte Fans
aus Nah und Fern die legendäre Formation um den ebenso legendären
Gary Brooker, der auch im klassischen Bereich mit großen Orchestern
Akzente setzte. Nun dreht er mit Procol Harum wieder voll auf, ruht sich
nicht auf den Tantiemen von ,,A whiter Shade of Pale'' aus, sondern setzt
seinen Einfallsreichtum in immer wieder bemerkenswerte Alben um, was ,,The
wells on fire'' erneut eindrucksvoll dokumentiert.
Neben den neuen Songs erwarteten die aus allen Himmelsrichtungen anreisenden
Fans natürlich auch die als Meilensteine der Rockgeschichte geltenden
Procol-Harum Klassiker.
Und sie wurden nicht enttäuscht. ,,Wie gut, dass es sie noch gibt:
Procol Harum, eine der kreativsten und virtuosesten Progressiv-Rock- Bands
der späten 60er. Sie können sich auch heute noch sehen und hören
lassen'', freute sich Daniela Wiesner aus Senftenberg, die in Berlin Publizistik,
Psychologie und Anglistik studiert, Sie war mit Freunden aus Finsterwalde
und Doberlug-Kirchhain angereist und kam kurz nach dem klangvollen ,,Bacon''-Auftakt
und der folgenden, kräftig gefeierten ,,Pandorras's Box'' mit einem
aus Regensburg angereisten Amerikaner ins Insidergespräch.
Aus dem neuen Album gab's derweil ,,The blink of an eye'', bevor ,,Shine
on brigthly'' wieder so allerhand Erinnerungen wach rief. Keine andere
Band der Rockhistorie schuf so faszinierend fantasievoll düstere
Klanggebilde und so geniale Rock goes Classic- Collagen zwischen Meeresromantik
und Melancholie. ,,A Salty Dog'' zwischen ,,Homburg'' und ,,Grand Hotel''.
Welch ein Genuss, diese Diamanten der Rockgeschichte live zu erleben,
fein geschliffen von Gary Coopers virtuosem Pianospiel und unter die Haut
gehendem Gesang sowie den tragenden und prägenden Orgelklängen
von Matthew Fisher, der neben Brooker schon zur Gründerzeit dabei
war. Kraftvoll die Drums von Mark Brzezicki zum exzellenten Bass, den
Matt Pegg ebenso excellent bedient wie Geoff Whitehorn die Gitarre. Gefehlt
hat in der hervorragenden Mixtur aus Alt und Neu nur ,,Conquistador'',
aber dafür freuten sich die zahlreichen Zuschauer umso mehr über
,,As Strong as Samson'' aus dem exotischen 74er Album, dem mit ,,The vip
room'' und dem rhythmisch sehr schönen ,,An old english dream'' zwei
aktuelle Titel folgten. Nach dem feurigen ,,Whiskey'', dem 17. und letzten
Titel dieser heißen Rocknacht musste das Langerwartete nun endlich
sein. Zeit für den ,,Schatten weißer als bleich'', und als
die Uhren 14 Minuten vor Mitternacht zeigten, war der Gipfel der Glückseligkeit
erreicht. ,,A whiter Shade of Pale'' war der wohl denkwürdigste Augenblick,
den Plauen in Sachen Rock-Historie (nach dem Blood, Swet & Tears-Konzert
1995 in der Festhalle) erlebte. Welch ein grandioses Finale des wohl herausragendsten
Konzertes, das das Plauener Malzhaus (wo schon so viele Größen
gastierten) in seiner 30-jährigen Geschichte erlebte. ,,Wem nicht
spätestens bei der ultimativen Hymne ,A whiter Shad of Pale' die
Augen feucht werden, der hat einfach kein Herz'', traf die bereits erwähnte
Daniela Wiesner den Nagel voll auf den Kopf. Und das Publikum hatte Herz
und weit über 2000 feuchte Augen, was auch den Musikern auf der dicht
umringten Bühne nicht verborgen blieb. ,,Es war für uns sehr
schön in Plauen, ein fantastisches Publikum'', freute sich Gary Brooker
im Gespräch mit unserer Zeitung, nachdem Procol Harum mit dem genialen
,,Repent Walpurgis'' aus dem kultigen Debüt-Album im zweiten stürmisch
geforderten Dacapo noch einen Glanzpunkt draufsetzte.
JÜRGEN PREUSS, © Neue Presse Coburg
Zur Tour 2003:
"Eine der großen Gruppen der 60er und 70er Jahre ("A Whiter
Shade of Pale", "Homburg", "A Salty Dog", "Conquistator",
"Pandora`s Box") befindet sich laut begeisterter Besucherberichten
in der Form ihres Lebens!
Special guest: Charlie A`Court (Kanada), Best Blues Artist 2003.
Gleich mit ihrer ersten Single "A Whiter Shade of Pale" wurde
die Gruppe mit dem lateinischen Namen ("Jenseits der Dinge")
auf einen Schlag im legendären Sommer der Liebe 1967 weltberühmt.
Ausgehend von einer Bachkantate kreierten Sänger, Pianist Gary Brooker
und Organist Matthew Fischer zusammen mit dem Dichter Keith Reid die Hymne
jener Zeiten. Auch der Sound der Gruppe mit Orgel und Piano war originell
und beeinflusste u.a. The Band. Weitere Hits und Meisterwerke folgten
wie "Homburg", "A Salty Dog". Auch die Zusammenarbeit
mit dem 103-köpfigen Edmonton Symphonie Orchester gilt als Meilenstein
der Rockgeschichte: "absolute mastery" (Rolling Stone Album
Guide). Großartige Alben wie "Grand Hotel" (1973) folgten.
Mit dem Aufkommen des Punk löste sich die Band 1977 auf und Gary
Brooker spielte u.a. mit Eric Clapton und Bill Wyman.
2003 veröffentlicht Procol Harum mit "The Well`s on Fire"
völlig überraschend ein tolles Comeback Album. Zugleich erreicht
uns die Kunde begeisterter Konzertgänger, dass die neuen Procol Harum
in der Form ihres Lebens sind! Das Geheimnis der besonderen Magie erklärt
sich Brooker wie folgt: "Wir machen nicht einfach nur Popsongs. Procol
Harum ist eine Soul- und Bluesband, die ganz unterschiedliche Einflüsse
hat und viele Emotionen weckt. Auch die alten Hits wären niemals
so erfolgreich gewesen, wenn sie nicht wahre Seele gehabt hätten".
Freuen wir uns auf ein Highlight!
Mit: Gary Brooker: voc, Piano; Matthew Fisher:Orgel; Matt Peg (Sohn des
Fairport Convention Bassisten Dave Pegg): Bass; Mark Brzezicki (Big Country):
dr; Geoff Whitehorn (Roger Chapman).
Als Special guest wird der Kanadier Charlie A`Court, der dieses Jahr als
bester Blues Musiker mit dem ECMA-Award ausgezeichnet wurde, den Abend
mit einem halbstündigen Set eröffnen. A`Courts moderner Blues-Stil
mit Crossover-Charme in den Pop-Bereich ist ein Beispiel dafür, dass
man nicht alt sein muss, um den Blues spielen zu können, nur fühlen
muss man ihn. Sein souliger, tief Rhythm`n`Blues-geprägter Gesang,
der schneidende Ton seiner Gitarre und vor allem seine Ausstrahlung und
Energie lassen seine Auftritte zu einem Erlebnis werden. Aktuelle CD:
"Color me gone" (aus "Cityinfonetz-Sudhaus")
...
bitte klicken!
Procol Harum, das ist der Name einer Katze eines
Freundes vom britischen Pianisten Gary Brooker. Und der fand den Namen
so gut, dass er 1967 seine Band so nannte.
Am Donnerstag, 17.7., waren Procol Harum live bei uns im Funkhaus-Foyer
(...)
Der markante Sound von
Procol Harum von Orgel und Klavier.
Procol Harum im Foyer des SWR
Dieser Sound alleine ist eigentlich Grund Genug, um Procol
Harum live zu sehen, aber SWR1 Gewinner Marc Hammersley hatte noch einen
besseren Grund. Als er 1967 Procol Harum hörte, fragte ihn sein Vater:
Und was machen die, wenn die mal alt sind? Marc wollte deswegen unbedingt
die Karten fürs Konzert gewinnen, um seinem Vater eine Antwort auf
die Frage zu geben: Die machen immer noch gute Musik. Und die hat in den
letzten knapp 40 Jahren nichts an Frische verloren. Auf der Setliste nicht
nur die Kultklassiker "Homburg" und "A salty Dog"
- sondern auch Songs des neuen Albums "The Well s on Fire",
aber egal ob alt oder neu: Allen gemeinsam ist dieser typische, fast klassisch
anmutende Sound.
Die 400 SWR 1 Hörer im Foyer des Funkhauses konnten
sich davon überzeugen: Die Legende lebt. Die Band um Organist Mathew
Fisher und Pianist und Sänger Gary Brooker legt ein richtig gutes
Konzert hin. Perfekter Sound, filigrane virtuose Soli, man sieht ihnen
die Spielfreude geradezu an. Die Bühnenshow ist zwar eher zurückhaltend,
aber so sind sie halt, die Briten. Und auch, wenn Procol Harum für
die Fans eher durch gute Alben als durch Singlehits zu Kultstars geworden
sind, auf einen Hit haben gestern alle gewartet, natürlich auf "A
whiter shade of pale". Und sie wurden nicht enttäuscht. Zum
krönenden Abschluß eines großartigen Konzerts gab es
diesen "größten Hit aller Zeiten".
Autor: Niels Berkefeld
Procol Harum History - Den Song "A Whiter Shade Of Pale"
kennen alle, lieben alle und die meisten wissen auch, dass er von der
Gruppe "Procol Harum" stammt. Für viele ist dieser Welthit
von 1967 so untrennbar mit dem Namen "Procol Harum" verbunden,
dass er manchmal den Blick auf das übrige Werk des Quintetts um den
Sänger, Songschreiber und Pianisten Gary Brooker verstellt.
Frischer Wind - Dabei hat die Band nicht nur klassisch
angehauchte Balladen mit surrealistischen Texten zu bieten: Tief in der
spezifisch britischen Blues-Tradition verwurzelt, klingt "Procol
Harum" bisweilen auch ruppig-rockig, manchmal auch jazzig-vertrackt.
Anders als manch andere Rock-Legende ruht sich die Band nicht auf erworbenen
Lorbeeren aus, sondern setzt auf frischen Wind. In den aktuellen Songs
bleibt das typische Klangbild durch die beiden Gründungsmitglieder
Gary Brooker (Gesang/Piano) und Matthew Fisher (Orgel) gewahrt, ohne in
Nostalgie zu versinken. "Procol Harum" 2003 lebt in der Gegenwart
und richtet den Blick nach vorn!
Die Kritik zum Konzert am 26. März in Nürnberg
aus den "Nürnberger
Nachrichten" vom 28.03.2003:
In der
Zeitmaschine
Die Rock-Legende Procol Harum im Nürnberger Hirsch
(siehe Gary Brooker-Foto: © NÜRNBERGER NACHRICHTEN, Linke)
Der RocknRoll ist in die Jahre gekommen und damit das
lässt sich nicht leugnen auch die Künstler und ihre Fans.
Wer sich noch daran erinnern kann, dass Procol Harum 1968
das Vorprogramm für die Bee Gees in der Meistersingerhalle
bestritten hat, muss zwangsläufig schon einige Jährchen auf
dem Buckel haben. Als Gary Brooker das lange zurückliegende Nürnberg-Gastpiel
bei seinem Auftritt im voll besetzten Hirsch erwähnt,
kann mancher Besucher in Erinnerungen schwelgen. Im Saal herrscht freudige
Stimmung wie bei einem Klassentreffen. Aber wie das oft so ist , nach
der ersten Wiedersehensfreude hat man sich nicht mehr allzu viel zu sagen.
Und eigentlich hatte man alles irgendwie schöner in Erinnerung, auch
die Musik von Procol Harum.
Gary Brooker, der Pianist und Komponist, ist mittlerweile ein netter älterer
Herr mit weißem Haar und Bart, aber immer noch gut bei Stimme. Er
ist in der Band für Kommunikation und britischen Humor zuständig.
Außer ihm stammt von der Originalbesetzung noch Matthew Fisher,
der sogar eine echte Hammond-Orgel auf der Tournee herumschleppt. Die
beiden garantieren den originalgetreuen Procol Harum-Sound.
(Fehlt nur das damals übliche Schallplatten-Knistern.) Die restlichen
drei Musiker verstehen ihr Handwerk, spielen aber nicht sonderlich inspiriert:
Geoff Whitehorn (git), Mark Brzezicki (dr) und Matt Pegg (b).
Dass Procol Harum neben den alten Songs auch
Stücke aus dem neuen Album The Wells On Fire vorstellt,
hat nicht viel zu bedeuten: Sie sind kaum voneinander zu unterscheiden.
Das mag man je nach Geschmack als Vor- oder Nachteil werten. Allerdings
sind die Zeiten, als die Kombination von Barock und Blues noch als gewagt
und anspruchsvoll galt, längst vorüber.
Eigentlich hätte es genügt, wenn man erst zum
Konzertfinale gekommen wäre: Mit den Evergreens Conquistador,
Salty Dog und A Whiter Shade of Pale hat sich
die britische Band schließlich ihren Platz in der Rock-Geschichte
gesichert. Dabei bleibt es.
STEFFEN RADLMAIER
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Anmerkungen:
Man kann Herrn Radlmaier den kleinen Vorwurf nicht ersparen, dass er das
Konzert neben anderen "Verpflichtungen" irgendwie "abhakte".
Soso, die Musiker spielten nicht inspiriert. Ist seine "Kritik"
etwa inspiriert? Wer die DVD vom tollen Livekonzert in Kopenhagen gesehen
hat, kann sich zumindest vom damaligen Abend schöne Eindrücke
verschaffen. Apropos Rock'n'Roll: Da scheint Herr Radlmaier einiges zu
verwechseln: Procol Harum waren nie eine Rock'n'Roll-Band. Na jetzt ist
alles erklärlich ... Gerd

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