No-Man (Tim Bowness, Steven Wilson) - Info

 




Pressefotos: Links Tim Bowness, rechts Steven Wilson (u.a. Porcupine Tree)

Nach dem Konzert

Fans kamen sogar aus Japan - hier bei Sänger Tim Bowness

Links ein englischer Fan, rechts Geiger Steve Bingham

Fotos: Gerd Müller

Gerds Autogramm-Juwel

Oben:
Schon fast ein Smilie-Rätsel: Die "Insignien" von Tim Bowness sind links unten zu sehen.


Die Rückseite der Autogrammkarte


 

No-Man im Jahr 2000 (links Tim Bowness, rechts Steven Wilson) .


No Man? Seven men on stage!

Wenn man zweimal 450 km weit mit dem Auto fährt, genauer gesagt nach Düsseldorf ins Savoy Theater und gegen 3 Uhr wieder seelig zu Hause gelandet ist, muss es wieder ein besonderer Event gewesen sein (siehe Sigur Ros!). Richtig! "No-Man", die man dem "Ambient-Rock" zurechnen kann, gaben im Rahmen ihrer nur dreiteiligen Kurztournee "Schoolyard Ghosts Tour 2008 " am 4. September das einzige Konzert in Deutschland. Zur gleichen Zeit zog Madonna in einer großen Lokalität der Stadt Zigtausende an.

Wir waren natürlich nicht die einzigen Hardcore-Fans im Savoy und trafen einige, die wir schon bei anderen Gelegenheiten kennenlernten!

Im noblen Theater mit den steil nach oben angeordneten Sitzreihen waren es schätzungsweise nur etwa 300 Fans. Die brauchten ihr Dirk von Fear Falls BurningKommen nicht zu bereuen. Die siebenköpfige Band um den charismatischen Sänger Tim Bowness, den Mann mit der sanften Stimme, umfasste auch Mastermind Steven Wilson von Porcupine Tree. No-Man war 1987 seine Idee. Fünf weitere in der Musikszene wohlbekannte Sessionmusiker einschl. des Violinisten Steve Bingham bildeten das Gerüst einer beeindruckenden Band. Aber natürlich war erst noch eine Vorgruppe angesagt. "Gruppe" ist sehr stark übertrieben, denn "Fear Falls Burning" besteht nur aus dem Musiker Dirk Serries (Foto rechts G.M.). Die Besonderheit seiner Kompositionen besteht darin, dass sie meist auf einen einzigen Grundton aufbauen, in den er dann mit der Gitarre vielfältige Variationen einfließen lässt. Wobei der Ehrlichkeit halber eingeräumt werden muss, dass die Grundstruktur des Soundteppiches aus der Konserve kommt, zwangsläufig kommen muss. Wie sonst könnte ein Solist ein derartig beeindruckendes Klangspektakel inszenieren. Experimentelle Musik pur! Er war auch immer wieder beschäftigt, diverse Regler zu betätigen, um das gewünschte Ergebnis abrufen zu können. Nach einem (!) Stück war "Microphonics" - ohne Zugabe natürlich - beendet. Gut, es dauerte immerhin 25 starke Minuten und konnte seinen nicht selten meditativen Charakter nicht verleugnen. Diese Musikform kann man eigentlich nicht beschreiben. Daher ist eine Hörprobe in MySpace sehr hilfreich. Diese Art von Musik ist nicht jedermanns oder -fraus Sache. Braucht es auch nicht. Doch man sollte sich immer wieder solchen Musikgenres stellen, sich zwischen die Soundwände begeben, treiben und mitreissen lassen.

Bereits hier konnte man die wohl einmalige Akustik im Theater erleben. Am Soundgewand hatte jedoch der Porcupine Tree-Mann am Mischpult sicher auch entscheidenden Anteil. Ich habe und das gilt auch für das um ca. 20:50 h beginnende No-Man Konzert jedenfalls noch nie ein mit Abstand so klasse ausgesteuertes Konzert erlebt, bei dem man teilweise auch auf Ohrstöpsel verzichten konnte. Vor allem die Stereoeffekte waren es, die faszinierten. Wenn z.B. Steven Wilson wie besessen auf seiner Gitarre herumhackte, war die akustisch genau da ortbar, wo er spielte. Wie zu Hause, wenn man über die Anlage Musik hört. Und das galt für alle "Bühnenstandorte" der Musiker. Also ein wirklich erlesener Ohren- und natürlich auch Augenschmaus. Die poesievollen Texte stammen meist aus der Feder von Tim Bowness. Die Melodien sind eine Gemeinschaftsproduktion von Tim und Steven.

Keyboarder Stephen Bennett war ausgelassen und hüpfte meist fröhlich herum, natürlich ohne die Finger von den Tasten zu lassen. Der Violinist war wie alle anderen ein absoluter Könner seines Faches. Nein, man dürfte eigentlich niemanden gesondert erwähnen. Sie waren alle verdammt gut. Dafür bürgt natürlich Wilson, der da nichts "anbrennen" und nur Makellosigkeit gelten lässt.




Die Band fast komplett. Es fehlen hier Steven Wilson und Pete Morgan. Foto © Lutz Diehl

Steven Wilson bekam auf dem Bühnenteil, wo er die akustische oder E-Gitarre spielte und keinen Gesangspart hatte, extra einen Teppich ausgelegt. Natürlich keinen roten. Er tritt ja bei jedem Konzert mit bloßen Füßen auf, um damit z.B. die Feineinstellungen der Gitarre am Bodenregler besser bedienen zu können. Aber das ist nur meine Vermutung. Zum Sänger Tim Bowness muss ich erwähnen, dass er während des Konzerts kein einziges Mal eine Miene verzog. Er machte wie immer einen sehr introvertierten, konzentrierten Eindruck. Manchmal hielt er sich schleppenden Ganges am Mikrofonständer fest oder wandelte im Zeitlupentempo über die Bühne - je nach Songstruktur. Er durchlebte die Songs und trug sein Inneres nach außen. Ach man hätte ihm und der Band noch lange zuhören können. Nach zwei schönen rockigen Zugaben war das Konzert nach genau 98 Minuten nonstop zu Ende.

Nach dem Konzert gab Tim Bowness bereitwillig Autogramme und man konnte sehen, dass er auch lächeln kann. Als Beleg mag eines der Fotos links gelten, wo er einer Japanerin ein Autogramm gibt. Leider ließ sich Steven Wilson, wie schon fast üblich, nicht blicken. Dagegen waren einige Mitglieder der Sessionband am Merchandising-Stand, wo man tolle Artikel kaufen konnte. Ich erwarb die Audio-DVD von "Fear Falls Burning - The Infinite Sea of Sustain", die sechs (!) Konzerte enthält und mich einfach nach dem Auftritt anlachte. Natürlich ließ ich mir die von Dirk signieren. Ein unheimlich netter Musiker aus Belgien.

Wenn man dann, wie eingangs geschrieben, gegen 3 Uhr morgens wieder zu Hause landet, leben die Eindrücke nicht nur in den wenigen Stunden der Nacht noch nach ... Wer sich auf diese Formation einlässt, wird akut süchtig! Und wir können es kaum erwarten, bis die in London aufgenommene Live-DVD erscheint.

Die Musiker:

Tim Bowness - vocals
Steven Wilson - guitar
Stephen Bennett - keyboards
Pete Morgan - bass guitar
Michael Bearpark - guitar
Steve Bingham - electric violin (Schwarzweiß-Foto links)
Andy Booker - electronic drums



Setlist

Only Rain, Time Travels In Texas, All Sweet Things, Pretty Genius, All The Blue Changes, Truenorth, Wherever There Is Light, Days In The Trees, Lighthouse, Carolina Skeletons, House Keeping, Returning Jesus, Mixtaped
Zugaben: Things Change, Watching Over Me

Die 3 Tourtermine

29. August 2008 - Bush Hall, London, UK (kein Support)
3. September 2008 - De Boerderij, Zoetermeer, Niederlande
4. September 2008 - Savoy Theatre, Düsseldorf

 

Ein bisschen "Bio" muss einfach sein ...

Wenn ein Romantiker wie Tim Bowness (* 29.11.1963), Singer/Songschreiber mit dichterischen Qualitäten mit einem der experimentierfreudigsten und kreativsten Musiker namens Steven Wilson (* 03.11.1967) zusammentrifft, kommt ein höchst interessantes und faszinierendes Duo heraus: No-Man. Wobei sich Mastermind Steven Wilson (Porcupine Tree) auf die Instrumentierung beschränkt und die Samtstimme von Tim wirken lässt. Jeder weiß natürlich, dass Wilson auch wunderbar singen kann, könnte. Und dies nicht nur bei Porcupine Tree, sondern auch bei "Blackfield", um nur ein Beispiel von vielen zu nennen. 1987 wurde jedenfalls No-Man die gegründet. Damals nannte man sich noch "No Man Is An Island". Ab 1990 verkürzte man auf ein griffiges No-Man. Seit dieser Zeit sind 5 Studio-Longplays neben etlichen Singles/EPs entstanden.
Die CDs:

* Loveblows & Lovecries - A Confession (1993)
* Flowermouth (1994)
* Wild Opera (1996)
* Returning Jesus (2001)
* Together We're Stranger (2003)
* Schoolyard Ghosts (2008)

Die im Mai veröffentlichte CD "Schoolyard Ghosts" gab der ersten Live-Kurztour den Namen. Tim wirkte natürlich noch bei vielen anderen Projekten mit. Man hatte bei den Studioaufnahmen illustre Gäste wie Robert Fripp (King Crimson), Roger Eno, Richard Barbieri (ex-Japan, nun Porcupine Tree) und viele andere an Bord, die nicht so prägnante Namen haben, aber erkennen lassen, in welche Richtung No-Man geht.

Gerd Müller, eingestellt 12.09.2008/updated 04.12.2009

 

Offiz. No-Man Website
No-Man auf MySpace mit wunderschönen Hörbeispielen
Offizielle Website von Tim Bowness
Inoff. Website No-Man
(mit Diskographie, raren Downloads, seltenen Fotos)
Steven Wilson auf MySpace

Musikbeispiele auf YouTube:

True North
Chant One
All that you are - (Traumhaft schön!
Returning Jesus
Together we're stranger
(bisschen experimenteller, ca. 10 Minuten lang, super!)

Unter diesem Link
ist fast das gesamte Düsseldorfer Konzert portionsweise enthalten!

Tolle Fotos auf ProgRockFoto!



Aktuelle CD

Inhalt - CD 1:

1. All sweet things
2. Beautiful songs you shuld now
3. Pigeon drummer
4. Truenorth
5. Wherever there is light
6. Song of the surf
7. Streaming n
8. Mixtaped

CD 2:

1. All sweet things (video)
2. Truenorth (video)
3. Wherever there is light (video)

Aktuelle DVD 2009



Eine kleine © Fotoserie vom Konzert. Vielen Dank an Lutz Diehl! Link auf seine schöne Fotoseite: Hier ...