Wallace Collection - Info

 


Only a Daydream ... ?

 


Manchmal fragt man sich, warum eine so talentierte Gruppe wie die belgische "Wallace Collection" nicht über einige Singles und LP's hinauskam. Also ein typisches "One-Hit-Wonder"? Waren die sechs Mitglieder vielleicht zu große Individualisten? War ihre Musik zu sehr von klassichen Elementen geprägt und die Zeit vielleicht noch nicht reif dafür? Fragen über Fragen - Ich weiß nicht genau, was letztlich im Jahr 1972 zum Split führte. Wahrscheinlich waren es - wie so oft bei Bands - unterschiedliche Vorstellungen über die weitere musikalische Reise. Die Resonanz beim Publikum war jedenfalls zumindest in Europa hervorragend. Aufmerksam wurde ich durch ihr einfach fantastisches und für den Sound charakteristisches "Daydream" (1968). Hier... zu sehen und zu hören. Schön auch die Liveversion von "Dear beloved secretary".

Ist das alles nicht wunderschön anzusehen und zu -hören? In YouTube entdeckt man noch weitere Songs.

Die belgische Band gründete sich 1968 und bestand aus 6 Musikern, die von Klassik, Jazz und Pop beeinflusst waren. Zwei davon, Raymond Vincent (Violine) und Jacques Hamotte (Violoncello) waren sogar Mitglieder des belgischen National Philharmonic Orchesters. Vincent war an einigen Kompositionen beteiligt. Marc Hérouet war ein hoch angesehener Jazzpianist in Brüssel. Er war u.a. auch für die Arrangements zuständig. Die Ryhthmussektion bildeten Christian Janssen (Bass), Freddy Nieuland (Drumset) und Sylveer(?) van Holmen (Gitarre). Wie nicht anders zu erwarten, waren auch sie ausgezeichnete Musiker. Sylveer war an den meisten Kompositionen beteiligt und schrieb auch für andere Gruppen respektable Hits in Belgien. Auf der LP spielten sie übrigens alle Instrumente selbst, auch - natürlich - die orchestralen Passagen. Und da gibt es auf ihren Platten einige Kompositionen, die streichquartettartig großen Meistern alle Ehre gemacht hätten.

Ein Wunsch bliebe offen, der die Sammlerherzen schneller schlagen ließe: Das gesamte Material in Stereofassungen (die es ja gibt) zu veröffentlichen. Wieder mal nur ein frommer Wunsch? Wahrscheinlich, wenn man einen Forumskommentar liest, den ich im englischsprachigen Original rechts eingefügt habe.

Gerd Müller


 

Tracklist der französischen CD

mit Bonustiteln (davon zwei in Stereo, die übrigen leider nur in Mono)

Get that girl - The sea disappeared - Get back - Ragtime Lily - Natacha - Merry-go-round - What's goin' on - Fly me to the hearth - Peru - Poor old Sammy - Baby I don't mind - Misery - Laughing cavalier - Daydream - Stay 16 - My way of loving you - Dear beloved - secretary - Hello, (French version of "Daydream") - Le monde est fou (French version of "Baby I don't mind")

Amazon-Kunden-Rezension

"...Die CD des französischen Labels Magic Records enthält die erste LP "Laughing Cavalier" vollständig und als Bonustracks 3 Non-LP-Singles und die B-Seite ihres besten Songs "Fly Me To The Earth". Zwar auf Mono, aber digital remastered, handelt es sich hier um eine lohnenswerte Ausgrabung, jedenfalls um eine bessere Zusammenstellung als die belgische EMI-CD "Laughing Cavalier + Serenade", deren Titel und Cover den Anschein erweckt, man habe es hier mit den beiden vollständigen Alben der Band zu tun. Vielmehr handelt es sich dabei um eine noch 15 Minuten kürzere, stark abgespeckte Scheibe, die trotz des besseren Klangs (mit 4 Songs in Stereo) sehr enttäuscht. "

Anmerkung:
Ich habe die LP noch, alles in Stereoversionen. Wieso man solch einen Unsinn fabriziert, möchte ich wieder mal der Lieb- und Interessenlosigkeit mancher Companies zuschreiben.


Die LPs

- Laughing cavalier (EMI/Pathé - 1968)
- Serenade (EMI/Odeon - 1969)
- La Maison (soundtrack) (Pathé - 1970)
- Wallace Collection (EMI, 1975)
- Tax Vobiscum (Espera, 1981)

Belgisches Rock- und Poparchiv

Text zu "Daydream"

Priv. englischsprachige Seite