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12.04.1933 - 30.11.1996
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Tipp:
In seine CD "Girl" kann man reinhören. Bitte Symbol anklicken!
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Treffender
als im "Rock-Lexikon" von Siegfried Schmidt-Joos und Bary Graves
könnte man Tiny Tim nicht beschreiben. Ich kannte ihn jedenfalls
nur von seinen ersten beiden LPs (die erste ist unten links abgebildet),
war aber von seiner exzentrischen Art, im Falsetto-Sopran bekannte wie
unbekannte Lieder völlig überdreht zu singen, absolut begeistert.
Ihr merkt wieder mal, dass mich solche Charaktere schon immer magisch
angezogen haben (siehe auch die anderen Interpreten bei meinen "Juwelen:
Kabarett, Comedy, Kleinkunst, Verrücktes"... )
Auf der in der linken Spalte im Kleinformat abgebildeten CD von Bear Family
Records "Tiptoe Through The Tulips/Resurrection" sind 16 Stücke
enthalten, die einen guten Überblick über sein Schaffen bieten.
Eines seiner letzten Konzerte gab er am 16.12.1995, das von Fans mitgeschnitten
wurde. Die CD "Tiny Tim - The Eternal Troubadour" (Rest in Peace)
war leider nur kurz erhältlich. Ich habe sie zum Glück ergattern
können. Das Cover ist unten abgebildet.
Nun aber der Artikel aus dem Rock-Lexikon, Jahre vor seinem Tod verfasst:
"Tiny Tim (bürgerlich: Herbert Khaury, voc, Ukelele), in bitterer
Armut als Sohn eines libanesischen Einwanderers und einer Polin in den
Washington-Heights-Slums von New York aufgewachsen, verschweigt hartnäckig
sein Alter: "Ich glaube wirklich, ich bin 19 und gebe mir Mühe,
es dabei zu belassen". In Wirklichkeit dürfte der 'bizarrste
Unterhaltungskünstler seit den Tagen von Barnum und Baileys Zirkus'
("Time") etwa Jahrgang 1925 sein (Anm.: 1933 ist richtig!).
Mit glockenhellem Falsettosopran und in Baritontiefen tönte der naive
Entertainer zum Ricky-Ticky-Ragtimeklang seiner Ukelele (einer Minigitarre)
im Stil berühmter Vaudeville- und Revuesänger der Schellackplatten-Ära.
Damit wurde er 1968 bei Umsätzen von 35000 LPs pro Woche, zahlreichen
TV-Auftritten und Personalstories in allen großen US-Zeitungen und
-Zeitschriften zur Attraktion der Subkultur.
Von Rockinterpreten wie 'Peter, Paul & Mary' entdeckt, mimte er für
ein Millionenpublikum Ritter, romantische Helden, Harlekine und weinende
Clowns, schluchzte die Schlager aus der Gründerzeit des Musikgeschäfts
und agierte unter schulterlangen Locken, in grotesk zusammengestückeltem
Dress und mit kalkweiß gepudertem Gesicht wie eine Figur aus Grimms
Märchen. Zehn Jahre lang hatte er zuvor in heruntergekommenen Kneipen
und einem Flohzirkus am Times Square unter den Pseudonymen Julian Foxglove,
Derry Dover und Larry Love, "der singende Kanarienvogel", für
Transvestiten, Trunkenbolde und Penner jubiliert. Der Schmutz konnte ihm
nichts anhaben: Er salbte sich mit Cremes, Puder und Wässerchen und
badete bis zu sieben Mal pro Tag. Diese Gewohnheiten hat er nicht geändert,
als er zum hochbezahlten Showexzentriker avancierte, der vor Fernsehkameras
die minderjährige Miss Vicky heiratete und auch nicht, als es nach
seinem kurzlebigen Sensationserfolg um 1970 wieder abwärts ging.
"Sein Habitus", beteuerte sein Agent, "ist keine Show.
Und wenn es eine sein sollte, dann wäre es die größte
aller Zeiten."
Ende 1974 - seine Frau hatte ihn inzwischen wiederholt verlassen - versuchte
er nach harten Tingeltangel-Jahren in der Provinz mit einer neuen Show
ein Comeback im New Yorker Nachtlokal "Jimmy's". Er war nun
in wechselnde Glitzerkostüme gekleidet und wurde von sexy Tanzmädchen
umsprungen, weigerte sich aber immer noch, ihm schmutzig erscheinende
Vokabeln wie Sex und Love anders auszusprechen als buchstabiert."
Einfach Wahnsinn dieser Typ!!! "Tiptoe through the Tulips"
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Gerd Müller.
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